Auszeichnung in Klagenfurt Autorin Dana Vowinckel erhält Deutschlandfunk-Preis bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur

Für ihren Text „Gewässer im Ziplock“ ist die Autorin Dana Vowinckel zum Abschluss der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet worden. ...

Ihr Beitrag erzählt von einer jüdischen Familie zwischen Berlin, Chicago und Jerusalem: Einerseits geht es um ein junges, pubertierendes Mädchen, andererseits um den abwesenden Vater und die Diaspora. Aus diesen zwei entgegengesetzten Perspektiven wird die Familiengeschichte entwickelt. Dana Vowinckel lebt in Berlin, wo sie 1996 geboren wurde. Sie studierte Linguistik und Literaturwissenschaft in Berlin, Toulouse, Cambridge und Frankfurt (Oder). Gerade arbeitet sie an ihrem ersten Roman. In Klagenfurt las sie auf Einladung von Mara Delius.

Der Preis wurde am 20. Juni durch den Deutschlandfunk-Kulturchef Matthias Gierth virtuell überreicht: "Die Geschichte von Dana Vowinckel fügt sich wunderbar in die Reihe der bisherigen Dlf-Preisträgerinnen und -Preisträger ein. Die Intensität und Eindringlichkeit, mit der sie die Zerrissenheit einer jüdischen Familie und die Identitätssuche einer jungen Frau beschreibt, ist tief beeindruckend." In ihrer Laudatio begründete Jurorin Mara Delius die Wahl von Dana Vowinckel unter anderem mit der Darstellung ihrer Figur Rita: "Weil ihre Perspektive, ihr Blick auf die Welt und deren Widersprüche den Topos der gepackten Koffer auflädt für eine neue Generation. Dana Vowinckel, die jüngste Teilnehmerin des diesjährigen Wettbewerbs, hat die Jury mit ihrer eigenen, konkreten und doch zärtlich-leichten Bildsprache und ihrem sensualistischen Erzählstil ästhetisch überzeugt und bewegt."

Eine siebenköpfige Expertenjury hatte nach drei Tagen mit Lesungen bislang unveröffentlichter Prosatexte von 14 Autorinnen und Autoren die Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Preises, des Deutschlandfunk-Preises und drei weiterer Preise ermittelt. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Mara Delius (D), Vea Kaiser (A), Klaus Kastberger (A), Brigitte Schwens-Harrant (A), Philipp Tingler (CH), Michael Wiederstein (D, CH) und Insa Wilke (D). Wilke bekleidet als Nachfolgerin des Alt-Juryvorsitzenden und ehemaligen Deutschlandfunk-Literaturredakteurs Hubert Winkels in diesem Jahr erstmals den Vorsitz der Jury. 

Hubert Winkels hatte zur Eröffnung des Wettbewerbs die "Rede zur Literatur" gehalten, die sich kritisch mit der Rolle der Literaturkritik in der aktuellen Medienlandschaft befasste. Der Vortrag ist als Videoaufzeichnung und in Textform unter Klagenfurter Rede zur Literaturkritik - Bachmannpreis (orf.at) abrufbar. Im Deutschlandfunk ist die Rede am heutigen Sonntag in der Sendung "Kulturfragen" zu hören (17.05–17.30 Uhr).

Der Deutschlandfunk-Preis wird seit 2017 vergeben. Mit einer Preissumme von 12.500 EUR geht er an den/die Zweitplatzierte/n des Wettbewerbs. Den Hauptpreis des Wettbewerbs gewann Nava Ebrahimi, den 3sat-Preis erhielt Timon Karl Kaleyta. Sowohl mit dem Kelag-Preis als auch mit dem Publikumspreis wurde Necati Öziri ausgezeichnet.

Mehr Infos:
https://bachmannpreis.orf.at
www.deutschlandfunk.de
www.deutschlandfunkkultur.de

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Ein Mann ist von oben zu sehen, wie er an einem Tisch mit dem Computer und mehreren anderen digitalen Geräten wie Notebook, Smartphone, Smartwatch arbeitet.  (imago / Westend61)

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