BER: Neuer Flughafentermin wackelt

Jede Verzögerung kostet sehr viel Geld

Von Günter Hellmich

Die Geschichte des Hauptstadtflughafens zieht sich in die Länge.  (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)
Die Geschichte des Hauptstadtflughafens zieht sich in die Länge. (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Es wäre die dritte Verschiebung eines geplanten Eröffnungstermins für den Hauptstadtflughafen seit Baubeginn. Voraussichtlich wird auf der Aufsichtsratssitzung an diesem Donnerstag auch der zuletzt ins Auge gefasste Starttermin 17. März 2013 nicht bestätigt.

Obwohl seit Wochen feststeht, dass der in Aussicht genommene 17. März 2013 so lange in Frage steht, bis Horst Amann, der neue Technikchef der Flughafengesellschaft sich dazu eine Meinung gebildet hat, sorgte das Statement eines Grünen Bundestagsabgeordneten nun für Schlagzeilen und damit einige Aufregung in der Politik. Rechtzeitig zur morgigen Aufsichtsratssitzung hatte Anton Hofreiter, der Vorsitzende des Bundestagsverkehrsausschusses, sein Insiderwissen zur anstehenden Terminverschiebung öffentlich gemacht:

"Die Hauptursache dafür ist, dass man nach dem 3. Juni sehr, sehr nervös reagiert hat und vor allem die ganzen Fachplaner entlassen hat und deshalb die neuen Planer sich einarbeiten müssen. Jetzt sind alle Beteiligten sehr, sehr nervös geworden und deshalb, soviel ich weiß, will man für Donnerstag den 17. März als festen Termin canceln."

Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg dementierten genauso wie das Bundesverkehrsministerium , dass eine entsprechende Entscheidung gefallen sei. Eine endgültige Festlegung, wann der Umzug von Tegel nach Schönefeld stattfinden kann, wird es indes voraussichtlich auch in der morgigen Aufsichtsrats nicht geben können.

Die Geschäftsleitung mit dem neuen vom Frankfurter Flughafen abgeworbenen Technikchef wird sich kaum zu einer Terminverschiebung ohne neues Eröffnungsdatum hinreißen lassen. Dafür aber fehlen den neuen Planungsverantwortlichen, die jetzt die Fehler der Vorgänger ausbügeln sollen, noch belastbare Daten.

Problematisch ist, nach wie vor, die hoch komplizierte und bisher vorbildlose Steuerung der Brandschutzanlagen. Branchenkreise rechnen nun mit einer Eröffnung vor den Sommerferien oder im Spätherbst 2013 zu Beginn des Winterflugplans. Jede Verzögerung kostet allerdings sehr viel Geld.

Ein Thema der morgigen Aufsichtsratssitzung wird deshalb auch die Überwindung der Finanzierungsprobleme sein. Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund müssen wohl in die Staatskasse greifen, dabei allerdings einen Weg finden, der die Brüsseler Wettbewerbshüter nicht auf den Plan ruft.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr