Bericht über Massaker in Syrien

Human Rights Watch: Mindestens 190 Alawiten getötet

Aufständische, hier in Aleppo (picture alliance / dpa / Maysun)
Aufständische, hier in Aleppo (picture alliance / dpa / Maysun)

Syrische Rebellengruppen haben nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im August mehr als 190 Zivilisten getötet und Hunderte Geiseln genommen. Vieles spreche dafür, dass es sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit handele.

Syriens Präsident Baschar al-Assad gehört der alawitischen Minderheit an, zu der weniger als zehn Prozent der Syrer gehören. Etwa 190 Zivilisten dieser Religionsgemeinschaft sind einem Bericht von Human Rights Watch zufolge Opfer eines Angriffs islamistischer Rebellen geworden. In mindestens 67 Fällen habe es sich um Hinrichtungen oder widerrechtliche Tötungen gehandelt. Viele Opfer seien unbewaffnet gewesen oder auf der Flucht erschossen worden.

Die Täter gehörten laut dem Bericht zu 20 islamistischen Rebellengruppen, darunter die Al-Nusra-Front und die Organisation Islamischer Staat im Irak und in Syrien. Sie löschten ganze Familien aus und nahmen Bewohner - hauptsächlich Frauen und Kinder - als Geiseln. Der Überfall ereignete sich am 4. August in der Küstenregion Latakia, einer Hochburg von Assad-Anhängern. Mehr als zwei Wochen später kam es zum Giftgaseinsatz nahe Damaskus.

Mehr als 200 Geiseln sollen sich noch immer in den Händen ihrer Entführer befinden. Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation hatten für den Bericht Überlebende und Zeugen befragt.

Syriens Opposition bestürzt

Die oppositionelle Nationale Syrische Koalition äußerte sich bestürzt über den Bericht. "Wir verurteilen unmissverständlich alle Menschenrechtsverletzungen durch bewaffnete Gruppen", teilte das Bündnis mit. Die Koalition distanzierte sich dabei ausdrücklich von den dschihadistischen Gruppen Islamischer Staat im Irak und in Syrien sowie den Muhadschirun wa al-Ansar. Zugleich hoben die Oppositionellen hervor, dass das Assad-Regime für die meisten Menschenrechtsverletzungen im syrischen Bürgerkrieg verantwortlich sei.

Letzte Änderung: 14.10.2013 23:11 Uhr