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Bio wird jünger

Studie des Bundesverbraucherschutzministeriums zum Lebensmitteleinkauf

Artgerechte Tierhaltung: Auch beim Fleisch bleibt Bioqualität für Verbraucher interessant (AP - Michael Gottschalk)
Artgerechte Tierhaltung: Auch beim Fleisch bleibt Bioqualität für Verbraucher interessant (AP - Michael Gottschalk)

Junge Verbraucher greifen beim Einkauf zunehmend zu Bio-Lebensmitteln, ältere hingegen immer weniger. Mehr als jeder fünfte Deutsche kauft häufig oder ausschließlich "bio". Besonders regionale Lebensmittel stehen hoch im Kurs.

Das geht aus der Studie "Ökobarometer 2013" des Bundesverbraucherschutzministeriums hervor. Demnach kaufen 23 Prozent der Unter-30-Jährigen häufig Lebensmittel aus ökologischem Anbau. Das entspreche einem Plus von neun Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Bei älteren Verbrauchern haben Bio-Produkte hingegen an Bedeutung verloren: Vor einem Jahr hatten demnach noch 26 Prozent der 50- bis 59-Jährigen angegeben, häufig oder ausschließlich Bio-Waren einzukaufen. Ihr Anteil ist laut Studie auf 19 Prozent gesunken.

Über alle Altersgrenzen hinweg hat sich die Bedeutung von Bio beim Einkauf demnach kaum verändert. 22 Prozent der Verbraucher greifen laut der Studie oft bis ausschließlich zu Bio - im vergangenen Jahr waren es 21 Prozent. 52 Prozent kaufen gelegentlich Waren aus ökologischem Anbau (2012: 55 Prozent), 26 Prozent verzichten ganz darauf (2012: 23 Prozent).

Obst und Gemüse beliebter als Eier

Gemüsevielfalt: Stand in einem Hofladen im Knoblauchsland bei Nürnberg (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)Regionale Gemüsevielfalt: Stand in einem Hofladen im Knoblauchsland bei Nürnberg (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)Auch bei den gekauften Waren gab es den Zahlen zufolge kaum Veränderungen. Am beliebtesten bei Bio-Käufern seien Obst und Gemüse aus Öko-Landbau gewesen, heißt es in der Untersuchung. Ein Jahr zuvor waren noch Eier die am regelmäßigsten gekaufte Bio-Ware, dahinter folgten 2012 wie 2013 Kartoffeln, Brotwaren und Milchprodukte.

Hauptkaufgrund: regionale Herkunft

92 Prozent der Befragten gaben als wichtigsten Grund für den Kauf von Bioprodukten die regionale Herkunft der Lebensmittel aus der Region an. Als zweitwichtigster Grund folgten artgerechteTierhaltung, als dritter eine möglichst geringe Schadstoffbelastung.

Über 80 Prozent der Bio-Produkte kaufen die Verbraucher laut der Befragung im Supermarkt. Auf Rang zwei folgt der Discounter (64 Prozent), auf Platz drei der Bäcker (58 Prozent).

Laut Studie nimmt jedoch auch die Zahl der Biokäufer zu, die am liebsten direkt beim Erzeuger - zum Beispiel im Hofladen oder beim Landwirt im Ort - einkaufen. 75 Prozent der im Rahmen der Ökobarometer-Studie befragten Bürger erklären sich bereit, für regionale Lebensmittel einen höheren Preis zu zahlen, um zum Beispiel Familienbetriebe mit fairen Preisen zu unterstützen. Regional allein reicht vielen jedoch nicht: 77 Prozent setzen auf die Kombination von "bio" und "regional".

Für die Studie wurden rund 1000 Menschen befragt.

Weitere Informationen dazu aus unserem Ressort "Umwelt und Verbraucher":

Ökologisches Neuland <br> Wie eine junge Familie einen Biobauernhof aufbaut

EU-Vorschriften verhindern Sortenvielfalt <br> Biologen und Gärtner bemängeln Zulassungsverfahren für Saatgut

Betrug mit System <br> Der Skandal um falsche Bioeier und überbelegte Hühnerställe in Niedersachsen

Abkehr vom Bio-Anbau <br> Wenn Öko-Bauern wieder auf konventionelle Landwirtschaft setzen

Umdenken in der deutschen Agrarpolitik gefordert <br> Umweltschützer und Biobauern stellen "Kritischen Agrarbericht" vor

Biofertigprodukte - ist das noch öko? <br> Auch Biosupermärkte bieten Convenience-Lebensmittel an

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

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