Chinas Polizei verhindert Merkel-Treffen mit Menschenrechtsanwalt

Merkel wirbt um chinesische Investitionen

"Besseres Verständnis" - Merkel mit Chinas Präsident Hu Jintao (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)
"Besseres Verständnis" - Merkel mit Chinas Präsident Hu Jintao (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Die chinesische Polizei hat verhindert, dass ein bekannter Menschenrechtsanwalt sich auf einem Empfang mit Kanzlerin Angela Merkel traf. Der Mann wurde mehrere Stunden lang gehindert, seine Kanzlei zu verlassen. Merkel warb in Guangzhou um chinesische Investitionen in Deutschland.

Der Anwalt Mo Shaoping war zu einem Empfang eingeladen, den die deutsche Botschaft in Peking aus Anlass des Besuchs der Bundeskanzlerin gab.

In Kanzlei festgehalten

Wie Mo gegenüber Journalisten mitteilte, erschienen einige Stunden vor dem Termin mehrere Polizisten in seiner Kanzlei und hinderten ihn, diese zu verlassen. Auf die Frage nach der Begründung habe ein Polizist gesagt, es sollten vor der nächsten Sitzung des Volkskongresses im Frühjahr keine abweichenden Stimmen zu Wort kommen. Auch ein geplantes Treffen Merkels mit der Redaktion einer kritischen Zeitschrift wurde ohne Begründung abgesagt.

Merkel wirbt um chinesische Investitionen

Auf einem Wirtschaftsforum in der südchinesischen Metropole Guangzhou, dem früheren Kanton, warb Merkel um chinesische Investitionen in Deutschland. Das Engagement chinesischer Unternehmen sei willkommen. Chinas Regierungschef Wen Jibao sagte auf derselben Veranstaltung, sein Land habe weder die Absicht noch die Möglichkeiten, Europa aufzukaufen. Deutsche Unternehmen riefen China auf, mehr Rohstoffe wie die sogenannten Seltenen Erden zu exportieren. Die Ausfuhrbeschränkungen dieser Stoffe hätten in letzter Zeit stark zugenommen, beklagte ein Vertreter des Bundesverbands der Deutschen Industrie.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr