Computerspiele als Kulturgut und Gefahr

Messe "Games Convention" in Leipzig öffnet für das Publikum

Im Internet treffen sich Spieler, um gemeinsam Herausforderungen zu begegnen. (Games Convention/Leipziger Messe)
Im Internet treffen sich Spieler, um gemeinsam Herausforderungen zu begegnen. (Games Convention/Leipziger Messe)

Die "Games Convention" (GC), Europas größte Messe für Computer- und Videospiele, hat ihre Pforten nun auch für das Publikum geöffnet. Tausende Spiele-Freunde besuchten die Leipziger Messe bereits am Donnerstag. Bis Sonntag werden mehr als 200.000 Besucher erwartet.

<p>Mehr als 500 Aussteller aus 31 Ländern zeigen auf 115.000 Quadratmetern Fläche ihre Neuheiten. Neben der Präsentation von Trends in der interaktiven Unterhaltung, in Infotainment, Edutainment und Hardware bietet die Spiele-Messe ein großes Rahmenprogramm unter anderem mit "GC family" für Kinder. <br /><br />Der Deutsche Kulturrat betrachtet Computerspiele mittlerweile als eigenständigen Kulturbereich, der besonderer Pflege bedürfe. Gerade Eltern und Lehrer hätten oft vorgefertigte Meinungen, ohne je selbst ein Spiel getestet zu haben. Allein im ersten Halbjahr 2007 legte die Branche um 17 Prozent zu.<br /><br /></p><p><strong> Familienpsychologe: Seelisch gesunde Kinder werden nicht süchtig </strong></p><p>Nach Einschätzung des Familienpsychologen Wolfgang Bergmann wird die Gefahr von sogenannten Ego-Shooter-Spielen von Politikern maßlos übertrieben. Um einer seelischen Gefährdung von Kindern und Jugendlichen vorzubeugen, sei es wichtig, die Spielzeit zu begrenzen und eine gute Beziehung zum Kind zu haben, erklärte Bergmann im Deutschlandfunk. (<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="64840" text="Text" alternative_text="Text" /> / <papaya:link href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/08/23/dlf_20070823_0811_8ae300e9.mp3" text="MP3-Audio" title="MP3-Audio des Interviews mit Wolfgang Bergmann" target="_self" />)<br /><br /></p><p><strong>Pädagoge Fritz: In Deutschland sollen Spiele jenseits des Mainstream entwickelt werden</strong></p><p>Der Spielpädagoge Jürgen Fritz sprach sich sogar für eine Förderung von Computerspielen aus. Angesichts der Marktentwicklung sei eine solche Förderung sinnvoll, sagte Fritz im Deutschlandradio Kultur. Wegen der unzähligen eintönigen Computerspiele aus den USA "wäre es gut, in Deutschland etwas zu etablieren, das Alternativen setzt, und auch die Entwicklerlandschaft in Deutschland beflügeln könnte". <br /><br />Es sei denkbar, dass die Bundeszentrale für politische Bildung oder jene für gesundheitliche Aufklärung eigene Konzepte für Spiele im Sinne der demokratischen Grundordnung entwickelten - und die Aufträge dann an Software-Firmen vergäben. Computerspiele seien nun einmal ein Kulturgut geworden, und man müsse die Gelegenheit ergreifen, neue Muster zu entwickeln, die auch Spaß machten.(<papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="132589" text="Text" alternative_text="Text" /> / <papaya:link href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/08/23/drk_20070823_0909_e8bbfa11.mp3" text="MP3-Audio" title="MP3-Audio des Interviews mit Jürgen Fritz" target="_self" />) <br /><br />IM_33767>Games Convention Leipzig</IM_33767>Die Spiele-Messe wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet. Nicht weit von der Messe entfernt findet das Open-Air-Sommerfestival "GC Freestyle" unter anderem mit Live-Konzerten und zahlreichen Sportangeboten statt. Das Rahmenprogramm "GC family" soll Kinder mit neuen digitalen Spielen vertraut machen. Zwei Blogger begleiten die Veranstaltung im sogenannten GC-Weblog.<br /><br />Am Freitag kürt eine Jury mit den "Best of GC" die besten Produkte der Computer- und Videospielbranche unter anderem in den Kategorien PC und Online. <br /><br /></p><p><strong>Computerspiele sollen auch Frauen begeistern</strong></p><p> Wie jedes Jahr sind zum Start der <papaya:link href="http://www.gc-germany.com/" text="&quot;Games Convention&quot;" title="Games Convention" target="_blank" /> große Pläne für die Zukunft der Branche zu hören. So ist der britische Computerspiele-Erfinder Peter Molyneux überzeugt, dass die Daddelei auch für Frauen immer interessanter wird. Schon lange gebe es in Abenteuerspielen weibliche Hauptfiguren, sagte er der "Frankfurter Rundschau".</p>


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:24 Uhr