CSU berät über Parteireform

Parteitag beginnt in München

Geht vom CSU-Parteitag ein "Signal der Geschlossenheit" aus? (AP)
Geht vom CSU-Parteitag ein "Signal der Geschlossenheit" aus? (AP)

Die CSU befasst sich auf ihrem Parteitag in Münchenm unter anderem mit einem Antrag des Vorstands, der die Einführung einer Frauenquote von 40 Prozent für Führungsgremien vorschlägt.

Die Junge Union in Bayern lehnt eine solche Quote ab. Die Frauen des Jugendverbandes betrachteten das Vorhaben als Instrument von vorgestern, sagte der Vorsitzende Stefan Müller im Deutschlandfunk. Er forderte außerdem, lang vertretene Positionen innerhalb der Partei zu überdenken.

Unterdessen warnte Hans-Peter Friedrich, CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, vor einer Fortsetzung der Diskussion um den Parteivorsitz. Die Personaldebatte sei "völlig unsinnig und dient allenfalls dem politischen Gegner", erklärte Friedrich in der "Saarbrücker Zeitung".

Friedrich lobt Seehofer und Guttenberg

CSU-Chef Horst Seehofer sei "ein sehr guter Vorsitzender", der das Profil der Partei schärfe und Themen deutlich besetze. Über Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sagte Friedrich, mit "allen Eigenschaften eines guten Politikers gesegnet" zu sein.

Er hoffe, dass von dem Parteitag ein "Signal der Geschlossenheit" ausgehe, erklärte Friedrich. Seehofer hatte zuvor im "Münchner Merkur" erklärt, im kommenden Jahr erneut für den Parteivorsitz kandidieren zu wollen.

Der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter versucht indes, den Hype um Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu erklären: Die CSU suche "einen Erlöser", sagte Oberreuter im Deutschlandradio Kultur.

Zugleich warnte er vor einem "Obama-Effekt". Bei dem US-Präsidenten sei der Medienhype "nach einem Jahr im Amt weggefegt gewesen", erklärte Oberreuter.

Die CSU will sich auf dem Parteitag auch mit der Reform der Bundeswehr befassen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr