Das Grundgesetz verfilmt

"GG 19" ist ab 31. Mai in den Kinos zu sehen

Der Regisseur Harald Siebler zeigt in einem Kino-Film die 19 Grundrechte-Artikel des Grundgesetzes - in 19 Episoden. Dabei kommen alle Genres wie Komödie, Tragödie, epische Erzählung und Science-Fiction vor.

Über eine bundesweite Ausschreibung waren Autorinnen und Autoren aufgefordert worden, ein Drehbuch zu einem der 19 Artikel des Grundgesetzes einzusenden. Eine Jury, der unter anderen die Regisseurin Nina Grosse, die Schauspielerin Maria Schrader oder der inzwischen verstorbene Politologe und Verfassungsrechtler Jürgen Seifert angehörten, traf aus über 400 Einreichungen die Auswahl für "GG 19".

Prominente Schauspieler wie Anna Thalbach spielen dabei mit - und sogar Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hat einen kleinen Auftritt.

Von "Adrenalin Flash" bis "Nie wieder!"

So wird zu Artikel 1 ein grelles Horrorstück aus dem Fernsehgeschäft über die oft längst verspielte Würde des Menschen mit dem Titel "Adrenalin Flash" von Eva Ludwig gezeigt. "Ladies First" von Robert Hennefahrth setzt Artikel 3 über die Gleichberechtigung der Frau ins Bild. "Der große Videoschwindel" von Falko Hennig liefert mit einem Gespräch über den irrwitzigen Medienalltag einen Kommentar zur Meinungsfreiheit.

Der Film-Kritiker Markus Rimmele lobte den Film im Fazit-Gespräch. 19 Episoden von 19 Regisseuren seien eine sehr schöne Mischung, sagte Rimmele. Text

Deutschlandradio-Korrespondentin Margarete Limberg berichtete bereits vor einem Jahr von den Dreharbeiten. Sie war bei der Entstehung von "Nie wieder!" dabei. In der Szene zu Artikel 8 über die Versammlungsfreiheit postiert sich eine gepflegte ältere Dame mit einem Plakat "Mehr Platz für Hühner" vor dem Reichstag. Nicht alle Episoden sind so anrührend wie diese von Harald Siebler und Bodo von Braunmühl, in der sich am Schluss sogar noch zwei alte Menschen nahe kommen. Text

Wenn man das Grundgesetz verfilme, könne man ja gleich aus dem Telefonbuch einen Kinofilm machen, haben Skeptiker gegen das Projekt eingewandt.

Mehr als die Summe seiner Teile


Harald Siebler, Produzent von GG 19 (gg19.de)Harald Siebler (gg19.de) "Ein großes Experiment", nannte Harald Siebler, Produzent und Projektleiter von "GG 19", den Film auf Deutschlandradio Kultur. Vor acht Jahren sei ihm die Idee gekommen. Er habe damals festgestellt, wie wenig er selbst und seine Mitmenschen über das Grundgesetz wissen und wollte die Inhalte emotional nachvollziehbar machen. Der Film unternehme eine lange Reise durch Deutschland und spiegele dabei Erfahrungen mit den Grundrechten. Das Ganze sei mehr als die Summe seiner Teile. (MP3-Audio)

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr