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"Das mutigste Mädchen der Welt"

Wiedergenesene Schülerin Malala stemmt sich den Taliban auch vor der UNO entgegen

Malala Yousafzai, die pakistanische Kinderrechtsaktivistin, lässt sich durch die Taliban nicht den Mund verbieten. (AFP / Andrew Burton / Getty Images North America)
Malala Yousafzai, die pakistanische Kinderrechtsaktivistin, lässt sich durch die Taliban nicht den Mund verbieten. (AFP / Andrew Burton / Getty Images North America)

Ein junges Mädchen, niedergeschossen von Taliban-Kämpfern, weil es Bildung nicht nur für Jungen gefordert hat. Vergangenes Jahr ging diese Nachricht um die Welt, keine zehn Monate später zeigt sich die pakistanische Schülerin nun genesen und voller Tatendrang bei den Vereinten Nationen.

Normalerweise gehört der grüne Stuhl im Zentrum des Podiums UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Dieses Mal aber saß darauf ein junges Mädchen mit rosa-weißem Kopftuch. Malala Yousafzai, die pakistanische Kinderrechtsaktivistin, lässt sich durch die Taliban nicht den Mund verbieten. Sie werde weiter für die Rechte aller Kinder und Frauen kämpfen, sagte sie an ihrem 16. Geburtstag vor der UN-Jugendversammlung in New York. Es war ihre erste öffentliche Rede, seit ein Taliban ihr im Oktober in den Kopf schoss.

"Sie dachten, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen, doch sie scheiterten", sagte Malala. Aus dem Schweigen seien tausende Stimmen erwachsen, fügte sie unter dem Applaus der Zuhörer hinzu. "Die Terroristen dachten, sie könnten meine Ziele und meine Ambitionen ändern. Doch nichts hat sich im Leben geändert, außer dies: Schwäche, Angst und Hoffnungslosigkeit starben. Stärke, Mut und Leidenschaft wurden geboren."

Von Gordon Brown vorgestellt

Der ehemalige britische Premierminister Gordon Brown, der als UN-Sondergesandter für Bildung Malala in New York den Hunderten jungen Zuhörern aus 85 Staaten vorstellte, würdigte sie als "mutigstes Mädchen der Welt". UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gratulierte "unserer Heldin" zu ihrer Botschaft der Hoffnung und der Würde.

Malala war zunächst mit einem Blog für den britischen Rundfunk BBC zu Bekanntheit gelangt. Darin beschrieb sie ihr Leben unter den Taliban, die vorübergehend das Swat-Tal an der Grenze zu Afghanistan kontrollierten, bevor die Armee sie wieder vertrieb. Nach dem Überfall auf ihren Schulbus und den beinah tödlichen Schüssen auf sie, wurde Malala zur Behandlung nach Großbritannien gebracht, wo sie seitdem mit ihrer Familie lebt. Bei einer Operation im Februar in Birmingham wurden ihr eine Titan-Platte im Schädel sowie ein Implantat zur Wiederherstellung des Gehörs eingesetzt.

57 Millionen Kinder können keine Grundschule besuchen

Der UNO-Generalsekretär erinnerte daran, dass mehr als 57 Millionen Kinder keine Chance haben, die Grundschule zu besuchen. Davon sei die Mehrheit Mädchen und die Hälfte lebe in von bewaffneten Konflikten heimgesuchten Ländern. Unter Verweis auf jüngste Angriffe gegen Schuleinrichtungen in Pakistan und Nigeria fügte Ban hinzu, Schulen müssten Schutzräume für alle Kinder, Mädchen und Jungen, sein.

Malala übergab Ban eine Internet-Petition, in der die 193 UN-Mitgliedsstaaten aufgefordert werden, Schulen und Lehrkräfte zu finanzieren. Damit solle das Versprechen erfüllt werden, bis 2015 allen Mädchen und Jungen eine Grundschulbildung zu sichern.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:14 Uhr

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