Demonstrationen für bezahlbare Mieten

Protestzüge in Berlin, Hamburg und Freiburg

Protestzug in Hamburg (picture alliance / dpa / Angelika Warmuth)
Protestzug in Hamburg (picture alliance / dpa / Angelika Warmuth)

"Kiez gegen Miethaie" war auf den Pappschildern zu lesen, ebenso wie "400 Euro für 16 Quadratmeter? Reiche Eltern gesucht!" Tausende Menschen machten heute ihrem Ärger über hohe Mieten Luft. SPD-Kandidat Steinbrück zeigt Verständnis.

In mehreren deutschen Städten haben Bürger gegen zu hohe Mieten demonstriert. Ein Protestbündnis in Hamburg mobilisierte rund 2800 Menschen. In Berlin waren es nach Polizeiangaben 600 Teilnehmer, in Freiburg 400. Die Veranstalter wiesen darauf hin, dass besonders Auszubildende, Studenten, Arbeitslose und sozial Benachteiligte unter steigenden Mieten litten.

Für Projekte wie die Hamburger Elbphilharmonie oder den Großflughafen Berlin-Brandenburg würden "dreistellige Millionenbeträge und mehr in den Sand gesetzt", beklagte das Berliner Bündnis "Keine Rendite mit der Miete" im Aufruf zur Kundgebung. Die Initiativen forderten eine gesetzlich festgelegte Obergrenze für Neuvermietungen.

Steinbrück: Sozialen Wohnungsbau wiederbeleben

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kündigte an, sich für günstigeren Wohnraum in Großstädten einsetzen zu wollen. "Es stünde der SPD gut an, sich mit Blick auf ein Regierungsprogramm auf Bundesebene mit der Frage zu beschäftigen, dass die Menschen in Deutschland nicht 40 oder 35 Prozent ihres verfügbaren Einkommens in Miete investieren müssen", sagte Steinbrück auf dem Landesparteitag der Niedersachsen-SPD in Wolfsburg. Dies könne auch "durch eine Wiederbelebung dessen, was wir mal sozialen Wohnungsbau genannt haben", sagte Steinbrück.

Rathaus in Greifswald (Deutschlandradio)Greifswald gehört zu den deutschen Städten mit der größten Mietsteigerung im vergangenen Jahr (Deutschlandradio)Im aktuellen Immobilienwirtschaftsbericht des Bundesbauministeriums warnt die Regierung vor einem Wohnungsmangel in Deutschland. Die Mietsteigerungen lagen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr bei rund drei Prozent. Dieser Durchschnittswert wurde aber in einigen Großstädten teils deutlich übertroffen. So verzeichnete Berlin eine Steigerung von 7,4 Prozent, Bremen ein Plus von 8,8 und Greifswald sogar einen Zuwachs von 10,4 Prozent. Bauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte bei der Vorstellung des Berichts Mitte Oktober angekündigt, mehr Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau bereitzustellen.

Mehr zum Thema auf dradio.de:
Aufbegehren gegen Ausverkauf, (DKultur, Zeitfragen)
"Berlin wird eine Mieterstadt bleiben" - Ex-Senatsbaudirektor Hans Stimmann zur befürchteten Gentrifizierung der Hauptstadt, (DKultur, Thema)
Wem gehört die Stadt? Von Käufern und Verkauften, (DKultur, Die Reportage)

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:01 Uhr