Der Euro-Rettungsfonds EFSF

Der Euro-Rettungsfonds EFSF - englisch European Financial Stability Facility und im Volksmund Rettungsschirm genannt - ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Luxemburg. Das Unternehmen wurde auf Beschluss der damals 16 Eurostaaten am 7. Juni 2010 gegründet und soll Euroländer in Not zeitlich beschränkt mit Krediten unter die Arme greifen, damit die Schuldenstaaten nicht die finanzielle Stabilität der gesamten Eurozone gefährden.

Geleitet wird der EFSF von einem Direktorium, in das alle Mitgliedstaaten der Eurogruppe jeweils einen Vertreter entsenden. Geschäftsführer ist der deutsche Volkswirt Klaus Regling.

Im Krisenfall kann der EFSF Kredite aufnehmen, für die die Mitgliedstaaten bis zu einem vereinbarten Betrag haften. Diese Kredite werden dann an die verschuldeten Mitgliedsstaaten weitergereicht, die sich am Kapitalmarkt nicht mehr zu bezahlbaren Zinsen mit Finanzmitteln versorgen können. Die Hilfsmaßnahmen bedürfen der Zustimmung aller Euroländer. Verbunden mit der Weitergabe der Kredite sind Haushaltskonsolidierungsauflagen für die finanziell angeschlagenen Eurostaaten.

Zum Zeitpunkt seiner Gründung war der Rettungsschirm mit 440 Milliarden Euro ausgestattet. Nach der geplanten Ausweitung soll der Garantierahmen des Euro-Rettungsfonds insgesamt 780 Milliarden Euro umfassen. Darüber hinaus soll der EFSF in Zukunft auch Anleihen von Euro-Ländern aufkaufen und Geld zur Bankenstützung bereitstellen dürfen.