Der Euro-Rettungsschirm

DLF-Reihe: "Euro in der Krise"

Von Christian Rabhansl

Ein Rettungsring eines kleinen Schiffs ist  vor der Skyline mit den Banken in Frankfurt am Main zu sehen. (AP)
Ein Rettungsring eines kleinen Schiffs ist vor der Skyline mit den Banken in Frankfurt am Main zu sehen. (AP)

Satte 750 Milliarden Euro umfasst der Schirm, der klamme Staaten schützen soll. Eine gigantische Summe, die auch aus psychologischen Gründen so hoch angesetzt wurde. Die Botschaft soll lauten: Seht her, liebe Anleger und Fondsmanager! Egal was schief geht, unsere Garantiesummen sind so hoch, dass ihr euer Geld auf keinen Fall verliert.

Das Paket besteht aus drei Teilen.

Erstens: einem Notfallfonds. 60 Milliarden Euro stellt dafür die EU-Kommission aus ihrem Haushalt bereit.

Der zweite Bestandteil sind Hilfen des Internationalen Währungsfonds IWF. Die Europäer rechnen mit bis zu 250 Milliarden Euro. Will ein verschuldeter Staat Geld aus diesem Topf, so muss er dem IWF genaue Sparpläne vorlegen und sich kontrollieren lassen.

Beim dritten und größten Teil des Euro-Rettungspakets kommt nun Deutschland ins Spiel. Nicht als Geldgeber, sondern als Garant. Gemeinsam mit den anderen Euro-Ländern soll die Bundesrepublik für Kredite in Höhe von insgesamt 440 Milliarden Euro bürgen.

Und so soll das funktionieren: In Luxemburg wird eine Zweckgesellschaft gegründet. Diese beschafft sich die 440 Milliarden Euro am Kapitalmarkt und verleiht sie dann an klamme Staaten zu moderaten Zinsen. Damit aber Anleger überhaupt Geld zur Verfügung stellen, stehen die Euro-Länder als Garanten ein.

Diese verbürgten Kredite sind bis zum Sommer 2013 befristet. Und: Alle Euro-Staaten müssen jeden Kredit einstimmig genehmigen. Denn falls ein Land seine Schulden nicht zurückzahlen sollte, dann müssten die Bürgen zahlen – auch Deutschland.

Die Bundesrepublik soll für Kredite in Höhe von 123 Milliarden Euro garantieren. Zumindest, wenn alles nach Plan läuft.

Wenn nicht, dann könnte der deutsche Garantieanteil doch noch ansteigen. Ein Beispiel: Falls nach Griechenland ein weiteres Euro-Land in Schwierigkeiten geraten sollte und deshalb selbst nicht mehr als Garant infrage kommt, dann erlaubt der Gesetzesentwurf, noch einmal um 20 Prozent zu überziehen. Die deutsche Garantie würde damit auf insgesamt bis zu 148 Milliarden Euro ansteigen. Zum Vergleich: Der gesamte Bundeshaushalt beträgt rund 320 Milliarden Euro.

Gigantische Summen, die auch aus psychologischen Gründen so hoch angesetzt wurden. Die Botschaft soll lauten: Seht her, liebe Anleger und Fondsmanager! Egal was schief geht, unsere Garantiesummen sind so hoch, dass ihr euer Geld auf keinen Fall verliert. Das soll wieder Ruhe an den Börsen herstellen. Und so dafür sorgen, dass Deutschland zwar bürgt, aber möglichst nie zahlen muss.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:36 Uhr