Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot

Krimiautor starb im Alter von 48 Jahren

Der Schriftsteller Jakob Arjouni (picture alliance / dpa / Tobias Kleinschmidt)
Der Schriftsteller Jakob Arjouni (picture alliance / dpa / Tobias Kleinschmidt)

Bekannt wurde Jakob Arjouni mit seinen Krimis rund um den Frankfurter Detektiv Kayankaya, der zum ersten Mal in dem Buch "Happy Birthday, Türke!" ermittelte. Nun ist der Schriftsteller, Krimiautor und Dramatiker in Berlin an einem Krebsleiden gestorben - mit nur 48 Jahren.

Der Schriftsteller Jakob Arjouni ist tot. Er erlag in der Nacht zu Donnerstag in Berlin einem schweren Krebsleiden, wie der Diogenes Verlag mitteilte. Arjouni wurde nur 48 Jahre alt. Zuletzt lebte er mit seiner Frau und seinen Kindern in Berlin und Südfrankreich.

Bekannt wurde der 1964 in Frankfurt am Main geborene Autor vor allem durch seine Krimis. Arjounis populärste Figur war der deutsch-türkische Privatdetektiv Kemal Kayankaya. In einer Rezension für Deutschlandradio Kultur bezeichnete der Buchkritiker Daniel Haas Kayankaya als "den einzigen deutschen Ermittler, der es zwischen den Buchseiten mit Philip Marlowe aufnehmen kann".

Der erste Band der Kayankaya-Reihe mit dem Titel "Happy birthday, Türke!" wurde 1991 von Doris Dörrie verfilmt. Ein Jahr später erhielt Arjouni den deutschen Krimipreis. Daneben schrieb er auch Hörspiele und Theaterstücke, darunter "Nazim schiebt ab", "Die Garagen" und "Edelmanns Tochter". In späteren Romanen widmete sich Arjouni auch Themen jenseits des klassischen Krimi-Genres. Ein Beispiel dafür ist die in Paris angesiedelte Science-Fiction-Geschichte "Chez Max" aus dem Jahr 2006.

Zuletzt erschien im Herbst 2012 das Werk "Bruder Kemal". Im Mittelpunkt auch dort wieder der Detektiv Kemal Kayankaya - der dieses Mal im Literaturmilieu ermittelt.

Arjouni war der Sohn des Dramatikers Hans Günter Michelsen. Weil er nicht im Schatten seines Vaters stehen wollte, nahm er den Nachnamen seiner aus Marokko stammenden damaligen Ehefrau an.

Der Autor Ulrich Noller würdigte Arjouni als einen der "erfolgreichsten und besten deutschen Krimischriftsteller". Er habe in seinen Romanen "die Erzählweisen amerikanischer Detektivliteratur kongenial ins Deutsche übertragen", sagte Noller im Deutschlandradio Kultur. Seine Prosawerke und Dramen zeichneten sich aber auch dadurch aus, dass er darin eine "hohe Dialogkunst" entwickelt habe. Die Texte seien "sehr stark geprägt von einem großen Wortwitz, von einer Situationskomik", so Noller.

Arjouni habe es geschafft, über gesellschaftskritische Themen "mit so einer gewissen leichten Note" zu schreiben. "Dadurch glänzten und lebten diese Romane." Auch nach seinem Tod werde Arjounis Humor "auf jeden Fall bleiben".

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr