Deutsche Post erhöht erneut Portogebühren

Standardbriefe sollen zwei Cent teurer werden

Zwei Cent mehr soll der Standardbrief ab 2014 kosten (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)
Zwei Cent mehr soll der Standardbrief ab 2014 kosten (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)

Die Verbraucher müssen von nächstem Januar an mehr für Briefe und Pakete bezahlen. Die letzte Preiserhöhung ist noch kein Jahr her. Doch die Post leidet seit Jahren unter einem Rückgang der Briefsendungen im Privatbereich.

Das Porto für Standardbriefe soll zum 1. Januar 2014 um zwei Cent auf dann 60 Cent angehoben werden, wie die Deutsche Post heute in Bonn mitteilte. Einen entsprechenden Antrag habe das Unternehmen bei der zuständigen Bundesnetzagentur eingereicht. Diese werde in den nächsten Wochen darüber entscheiden.

Die Post begründete die Preiserhöhung mit gestiegenen Kosten. Hintergrund für die Pläne ist aber auch ein Vorschlag der Bundesnetzagentur, den diese bereits im Oktober gemacht hatte und der dem Dax-Konzern für die kommenden fünf Jahre deutlich mehr Spielraum für Preiserhöhungen gibt. Die Bundesnetzagentur steckt als Regulierungsbehörde für den Briefmarkt den Rahmen ab, in dem sich Erhöhungen des Briefportos der Post bewegen können.

DVPT kritisiert mangelnde Transparenz

Der Postkundenverband DVPT kritisierte die angekündigte Preiserhöhung. Das laufende Preissetzungsverfahren bei der Bundesnetzagentur, das der Post Preiserhöhungen entlang der Jahresteuerung ermöglicht, sei "sehr intransparent", sagte DVPT-Vorstand Johannes Offermann. Auf Basis der öffentlich zugänglichen Daten gebe es "keine Chance zur Beurteilung der Kostensituation". Damit sei kaum nachzuvollziehen, ob die Preiserhöhungen gerechtfertigt seien. Offermann äußerte die Sorge, dass es in den nächsten Jahren weitere Preiserhöhungen geben könnte.

Anfang 2013 hatte die Post erstmals seit 15 Jahren die Verbraucher beim klassischen Briefporto bereits stärker zur Kasse gebeten. Den Preis für den Standardbrief bis 20 Gramm hatte der Konzern von 55 Cent auf 58 Cent erhöht.

Auch Pakete werden teurer

Post-Symbol auf einem Briefkasten (Deutschlandradio - Daniela Kurz)Immer weniger Privatkunden verschicken Briefe per Post (Deutschlandradio - Daniela Kurz)Nun wird der Standardbrief nach den Plänen des Bonner Konzerns erneut teurer - und nicht nur dieser. Auch bei Zusatzleistungen will die Post mehr Geld vom Verbraucher: Beim Einschreiben ist eine Erhöhung um zehn Cent auf 2,15 Euro und beim Einwurf-Einschreiben um 20 Cent auf 1,80 Euro vorgesehen. Bei internationalen Briefsendungen soll der Preis für den Maxibrief (über 1000 bis 2000 Gramm Gewicht) um zehn Cent von jetzt 16,90 Euro auf 17 Euro steigen.

Der Versand von Paketen im Inland soll künftig neun Cent mehr kosten. Bei Sendungen bis zu zehn Kilogramm etwa sollen ab dem neuen Jahr 6,99 Euro fällig werden statt bislang 6,90 Euro. Der Preis für Päckchen bis zwei Kilogramm soll mit 4,10 Euro aber konstant bleiben.

Die Post ist in Deutschland das einzige Unternehmen, das die flächendeckende Versorgung der Verbraucher mit Briefen sicherstellt. Der Konzern kämpft seit Jahren mit der wachsenden Konkurrenz durch die E-Mail. Allerdings profitiert die Post im Gegenzug davon, dass immer mehr Verbraucher bei Online-Händlern bestellen, deren Pakete dann an die Kunden ausgeliefert werden müssen.

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Letzte Änderung: 15.11.2013 23:10 Uhr