Deutschlandradio-Hörfunkrat wählt Sachverständige für Verwaltungsrat

Ralf Seibicke und Prof. Dr. Volker Lilienthal sind vom Deutschlandradio-Hörfunkrat am 21. März als Mitglieder des Verwaltungsrats gewählt worden. Die beiden Sachverständigen ergänzen den künftig zwölfköpfigen Verwaltungsrat in der neuen Amtsperiode. ...

Für ihre Entsendung mussten sie im Hörfunkrat Kenntnisse in den Bereichen Wirtschaftsprüfung oder Betriebswirtschaft bzw. in den Bereichen Rundfunkrecht, Medienwirtschaft oder Medienwissenschaft sowie eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung in einem der Bereiche nachweisen. Zuvor hatte sich eine Findungskommission des Hörfunkrats für jedes Aufgabenfeld auf jeweils einen Kandidaten aus dem Kreis der Bewerbungen der öffentlichen Ausschreibung verständigt. Die erstmals erfolgte Wahl und Entsendung der Sachverständigen für den Verwaltungsrat folgt den Vorgaben des Zwanzigsten Rundfunkänderungsstaatsvertrags. Hörfunkratsvorsitzender Frank Schildt begrüßte die Wahl der Sachverständigen und die damit verbundene Mitsprachemöglichkeit des Aufsichtsgremiums: "Ich bin überzeugt, dass beide Fachleute die Arbeit des Verwaltungsrats mit ihrer nachgewiesenen Expertise unterstützen können."

Ralf Seibicke war bis 2015 Präsident des Landesrechnungshofs in Sachsen-Anhalt, von 2007 bis 2016 arbeitete er als Mitglied der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). Der Journalist und Kommunikationswissenschaftler Volker Lilienthal hält an der Universität Hamburg die Rudolf-Augstein-Stiftungsprofessur für Praxis des Qualitätsjournalismus.

In seiner zweiten Sitzung setzte sich der im Januar neu konstituierte Hörfunkrat zudem mit der aktuellen Diskussion über die Zukunft der Rundfunkfinanzierung auseinander. Deutschlandradio wird bis Ende April gegenüber der KEF den Bedarf für die Beitragsperiode von 2021 bis 2024 anmelden. Der Hörfunkrat unterstützt die reguläre Anmeldung.

Ausführlich informierte sich das Aufsichtsgremium über die geplante Berichterstattung der Deutschlandradio-Programme zur Europawahl. Jenseits der regulären Abbildung europäischer Themen in Magazinen und Reportagen wird es nach Angaben von Programmdirektor Andreas-Peter Weber zahlreiche Sonderprojekte geben. Der Hörfunkrat begrüßte in diesem Zusammenhang insbesondere die Fortsetzung des Video-Formats "Ich würde nie". Deutschlandfunk Nova interviewt darin Spitzenpolitiker im Vorfeld der Wahl. "Ich würde nie" wurde erstmals zur Bundestagswahl 2017 präsentiert und stieß plattformübergreifend auf große Resonanz.

Große Unterstützung bekundete der Hörfunkrat für die Sendungen, Programmaktionen und Veranstaltungen, die im Rahmen der "Denkfabrik" Deutschlandradio stattfinden. In der Denkfabrik werden die großen Fragen der Zeit im Austausch mit Hörerinnen und Nutzern diskutiert, häufig in innovativen Formaten und mit hochkarätigen Kooperationspartnern. 1200 Themenvorschläge waren auf den Aufruf des Deutschlandradio-Intendanten Stefan Raue hin eingegangen, am Ende standen die Schwerpunkthemen "Sind wir in guter Verfassung?" (70 Jahre Grundgesetz) und #ÜberMorgen (Klimawandel und Nachhaltigkeit). Im Rahmen der Denkfabrik ist gegenwärtig unter anderem die Reihe "Mein Grundgesetz" im Deutschlandfunk zu hören, in der Hörerinnen und Hörer Verfassungsartikel kommentieren.

Bereits am Vorabend hatte sich der Programmausschuss des Hörfunkrats über die anstehenden Programmveränderungen bei Deutschlandfunk Kultur informiert. Das bundesweite Kulturprogramm wird sich ab Juli mit einem modernisierten Sendeschema präsentieren. Schon früher soll ein neuer und regelmäßiger "Entdecker-Podcast" für Kinder zu hören sein.

Der Deutschlandradio-Hörfunkrat hat seit diesem Jahr 45 Mitglieder und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern gesellschaftlich relevanter Gruppen, der Länder und des Bundes zusammen. Er stellt die Richtlinien für die Sendungen von Deutschlandradio auf, überwacht deren Einhaltung gemäß der im Staatsvertrag aufgeführten Grundsätze und berät den Intendanten in Programmfragen. Er tritt mindestens alle drei Monate zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Seine Amtszeit beträgt – analog zum Verwaltungsrat – fünf Jahre.

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Ein Mann ist von oben zu sehen, wie er an einem Tisch mit dem Computer und mehreren anderen digitalen Geräten wie Notebook, Smartphone, Smartwatch arbeitet.  (imago / Westend61)

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