Die Arena im Kampf um den "Goldenen Löwen" ist eröffnet

Zwei deutsche Beiträge bei den Filmfestspielen in Venedig

Brad Pitt, Tilda Swinton und George Clooney bei der Premiere ihres Films "Burn After Reading" in Venedig. (AP)
Brad Pitt, Tilda Swinton und George Clooney bei der Premiere ihres Films "Burn After Reading" in Venedig. (AP)

Am Mittwochabend wurden die 65. Filmfestspiele von Venedig feierlich mit dem Film "Burn After Reading" von den Gebrüdern Coen und mit den Stars George Clooney, Brad Pitt und Tilda Swinton eröffnet. Am Donnerstag beginnt der Wettbewerb, in dem 21 Filme aus aller Welt um den Goldenen Löwen konkurrieren. Deutschland ist mit zwei Beiträgen von Werner Schroeter und Christian Petzold vertreten.

Einen großen Anteil im Wettbewerbsprogramm haben mit insgesamt fünf Filmen die Beiträge aus den USA. Stark vertreten ist in diesem Jahr auch das Gastgeberland Italien mit vier Filmen. Weiterhin sind Produktionen aus Äthiopien, der Türkei, Algerien und Japan zu sehen. Leiter der Jury, die am 6. September den Goldenen Löwen verleiht, ist der deutsche Regisseur Wim Wenders.

Gelungener Auftakt

"Weniger Glamour, mehr Qualität", hatte Festivaldirektor Marco Müller zu Beginn des Festivals versprochen. "Am ersten Tag kamen Glamour und Qualität zusammen", berichtet Deutschlandradio-Korrespondent Peter Claus live aus Venedig in "Fazit - Kultur vom Tage" in Deutschlandradio Kultur. "'Burn After Reading' ist ein wirklich guter Unterhaltungsfilm aus Hollywood. Es geht um eine Agentengeschichte, die auf der zweiten Ebene etwas darüber erzählt, wie wir längst zu gläsernen Menschen geworden sind, weil wir überall überwacht werden."

Die deutschen Beiträge

Im Wettbewerb werden die beiden deutschen Beiträge "Nacht des Hundes" von Werner Schroeter und "Jerichow" von Christian Petzold zu sehen sein.

Der Filmtitel "Jerichow" bezieht sich auf einen Ort in der brandenburgischen Prignitz. In der dort spielenden Dreiecksgeschichte zwischen zwei Männern und einer Frau, die von Nina Hoss gespielt wird, gibt es mit den Worten des Regisseurs Christian Petzold "einen türkischen Unternehmer, der sich eine Ehe konstruiert, einen Bundeswehrsoldaten, der sich eine Heimat konstruiert, und eine Frau, die sich Leidenschaften konstruiert. Und diese Konstruktionen fliegen den Dreien schon ziemlich in der Mitte des Films um die Ohren." Das übergeordnete Thema des Films, das sich bei den Probenarbeiten herauskristallisiert habe, sei: Wie kann man in einer Gesellschaft, in der die Arbeit als identitätsstiftende Grundlage des Lebens langsam verschwinde, noch lieben, sagte der Regisseur im Interviewmit Deutschlandradio Kultur. (MP3-Audio, Radiofeuilleton)

Peter Claus, der den Film bereits in einer Voraufführung sehen konnte, nannte ihn einen "Psychothriller und ein Gesellschaftspanorama" und lobte ihn als "den besten Film von Petzold seit Jahren" und als "ganz großes Kino". (MP3-Audio, Fazit - Kultur vom Tage)

Am Freitag wird es eine Grundsteinlegung zu einem neuen Festivalpalast geben, der 2011 eröffnet werden soll. Die Mostra Internazionale d'Arte Cinematografica, wie das Festival in Venedig offiziell heißt, zählt zu den ältesten Filmfestivals in Europa.



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Externe Links:

Filmfestival Venedig (engl.)

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr