Profil "Studio 9 - Kultur und Politik am Mittag"

 

Die Moderatorinnen und Moderatoren der Sendung

Studio 9 - Kultur und Politik am Mittag

Mo. bis Fr. 12.07 Uhr bis 13.30 Uhr

Anke Schaefer und Christopher Ricke(© Deutschlandradio/Bettina Straub)Anke Schäfer und Christopher Ricke (© Deutschlandradio/Bettina Straub)

Anke Schaefer: In vielen Welten zuhause sein, sehen wollen, was "dahinter steht", das ist's, was Journalismus ausmacht.
Gemeinsamkeiten erkennen und die Bereicherung in den Gegensätzen entdecken.
Am besten im Dialog und durch geschicktes Fragen.
Meine Leidenschaft: Frankreich.
Im Studium der "Diplom-Kulturwirtschaft" in Passau daher den Französischen Kulturraum gewählt.
Nach dem Volontariat beim BR an die französische Grenze gezogen, nach Saarbrücken.
Von dort aus für den SR immer wieder die Korrespondentin in Paris vertreten.
Wo liegen sie, die französisch-deutschen Gemeinsamkeiten und die Gegensätze?
Antworten finden sich immer auch in der Kunst.
Und da vor allem – im Theater (meine zweite Leidenschaft).
Berlin ist eine wunderbare Theaterhauptstadt.
Gespräche mit Künstlern, intensive Theatererlebnisse, in "Studio 9" der feuilletonistische Blick auf das Tagesgeschehen - all das öffnet die Augen.
Letzteres macht insbesondere Laune, weil es an der Seite von Christopher Ricke geschieht, der Motorräder liebt und mit Haut und Haar aus der Politik kommt. Unnötig zu sagen, dass wir unsere Gegensätze längst als Bereicherung erkannt haben.

Christopher Ricke:
Wenn CSU-Mann Seehofer aus der Opposition heraus im Interview die regierende SPD verteidigt, ist das unterhaltsam.
Wenn Bahnchef Mehdorn in der Diskussion zugibt, dass der Transrapid unrentabel ist, macht das Schlagzeilen und der Magnetschwebebahn letztlich den Garaus.
Wenn Bundepräsident Köhler nach einem Gespräch zurücktritt, wird man eher unruhig.
In der Rückschau sind das inzwischen Meilensteine.
Was gehört sonst noch in einen Lebenslauf? Die Tatsache, alle deutschen Bundeskanzler erlebt zu haben? Der Fakt, dass die zahlreichen Töchter noch zur Schule gehen? Dass man selbige in der fränkischen Provinz auch mal absolviert hat? Oder die Farbe "Gelb" des alten Geländemotorrads ohne Katalysator und Bordelektronik? Dafür mit mehr Profil als mancher Funktionär?
Vielleicht auch einfach nur die Freude darüber, dass Studio 9 mich an Anke Schaefers Seite gestellt hat. Gemeinsam geht mehr in Kultur und Politik. Und Christopher Ricke jetzt (noch) öfter ins Konzert.
Mehr Pauke, weniger Harfe.

 

Foto des Moderatorenpaars André Hatting und Marianne Allweiss (© Deutschlandradio/Bettina Straub)André Hatting und Marianne Allweiss (© Deutschlandradio/Bettina Straub)Marianne Allweiss und André Hatting

Marianne Allweiss kommt vom Bodensee. Eigentlich gibt es dort alles, was das Herz begehrt: Wasser, Berge, nette Menschen. Nur leider ist es zu schön zum Arbeiten. Daher hat sie nach dem Abitur mal hier, mal dort gelebt.
Meistens im "wilden Osten". In Potsdam, Estland, Polen und Tschechien. Studiert hat sie zwischendrin auch: Geschichte, Politik, VWL, Sprachen und dann noch European Studies, um alles zusammenzubinden – inhaltlich und geografisch. Das sprachliche Zusammenbinden kam später: Als Reiseleiterin, dann in Nachrichtenagenturen und der Boulevardpresse, beim Auslandsrundfunk und dem Privatradio und schließlich bei Deutschlandfunk Kultur.
Im Westen war sie übrigens auch mal, in Köln im Volontariat und sogar in Kalifornien, dort aber nur zum Yogalernen. Danach blieb nur noch Berlin übrig. Hier scheint sie sesshaft geworden zu sein. Es ist nicht ganz so schön wie am Bodensee, aber die Arbeit ist toll. Und sie lebt mit netten Menschen zusammen, auf einem Berg, neben einem Wasserturm.

André Hatting: Geboren an der friesischen Nordsee, in einer preußischen Exklave, und dem Wasser bis heute treu, allerdings mittlerweile dem mit dem deutlich geringeren Salzgehalt.
Karriereplanung als Fußballprofi in der B-Jugend abgebrochen, als der pfeilschnelle Linksaußen des WSC Frisia kümmerlich am bauersdicken Oberschenkel eines Verteidigers von TuS Westrhauderfehn zerschellte, und fortan lieber als Fußballamateur fortgesetzt.
Ab 14 Kurs auf die Schriftstellerei, die noch so eine Lebensliebe werden soll, mit Eigenverlag und Lesungen in der Heimat vor abzählbarem Publikum; später dann in Berlin, wo das Landei zunächst einen massiven Kulturschock erleidet, sich davon aber beim Studium der Linguistik, Philosophie und Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft erholt - in den vorlesungsfreien Nächten.  Folgt längeres Schwanken zwischen linguistischer Gestenforschung als ethnomethodologischer Konversationsanalyse und dem Radiojournalismus.
Radiojournalismus obsiegt nach dem Volontariat beim Deutschlandradio.
Aber schriftstellern tut er trotzdem noch.

 

Katja Schlesinger und Frank Meyer

Anders als ihren Moderationskollegen Frank Meyer zieht es Katja Schlesinger nicht aufs, sondern unters Wasser. Dort tut sie das, was man im Radio nie tun sollte: schweigen. Die Leidenschaft für Fisch- und Korallenwelten packte sie aber erst mit Mitte 20. Da war sie schon einmal quer durch die Republik geschwommen und auf dem Weg zurück fast in der Heimat wieder aufgetaucht: Im Ostzipfel Thüringens, in der Skatstadt Altenburg, geboren, verbrachte sie ihre Teenager- und Studienzeit  (Politikwissenschaft, Germanistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft)in Köln. Dort sammelte sie beim WDR-Sender Einslive erste Radioerfahrungen. Für ihr Volontariat zog sie zurück in vertraute Gefilde, nämlich nach Leipzig. Dort, beim MDR, wurde sie aufgrund ihrer Ost-West-Erfahrung zum Wossi getauft. Meerestiere sind ja auch oft Zwitter.
Seit 2005 arbeitet sie auch für Deutschlandfunk Kultur. Katja Schlesinger lebt inzwischen in Berlin und hat drei Söhne.

(© Deutschlandradio/Bettina Straub)Katja Schlesinger und Frank Meyer (© Deutschlandradio/Bettina Straub)

Frank Meyer:
Mitarbeiter Meyer kam in der brandenburgischen Metropole Kirchmöser zur Welt und wurde auf ortsübliche Weise mit Havelwasser getauft. Mit sieben Jahren wurde er in einem kleinen Segelboot ausgesetzt. Die langen Jahre in wechselnden Booten haben die Liebe zur Seefahrt in ihm verankert, aber auch die Hingabe an Geschichten. Man muss sich was erzählen, wenn man lange Regatten zu segeln hat. Den Geschichten ging Matrose Meyer bei seinem Germanistikstudium nach, versehentlich in so wasserarmen Städten wie Jena und München. Als er endlich zurück war an der Havel, schipperte er durch verschiedene Radiosender, seit geraumer Zeit vor allem durch Deutschlandfunk Kultur. Da kommt alles zusammen, was Mitarbeiter Meyer liebt: das Erzählen von Geschichten und eine Art von Meer. Schließlich wird Radio über Ätherwellen übertragen. Oder?

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