Pressemitteilung /

Digitalradio Deutschland e.V.Eckpunkte zu Digitalradio DAB+

Zur Zukunftssicherung und Weiterentwicklung des Mediums Radio ist der Umstieg auf eine eigenständige digitale terrestrische Verbreitung im Standard DAB+ unumgänglich. Langfristig anzustreben ist die ausschließlich digitale Verbreitung via DAB+ terrestrisch, ergänzt durch die digitale Verbreitung via Internet.

Die digitale terrestrische Verbreitung ist nicht nur zur Zukunftssicherung der Gattung Hörfunk und aus Gründen der höheren Wirtschaftlichkeit geboten, sondern der analog/digitale Technologiewechsel eröffnet erhebliche industrie- und wirtschaftsrelevante Potentiale.

Die Simulcast-Phase der parallelen analogen/digitalen Ausspielung muss deshalb kurz sein.

Die Erfahrung - das Schweizer Modell ist hier beispielhaft - in anderen europäischen Ländern zeigt, dass es aktiv koordinierter Maßnahmen zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkveranstaltern, medienpolitischen Entscheidern, Regulierungsbehörden, Netzbetreibern und weiteren Marktakteuren bedarf.

In Deutschland sind dazu folgende Voraussetzungen zu schaffen:

1. Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten

  • Die eindeutige Erklärung von ARD und Deutschlandradio zu DAB+ als dem Standard der künftigen Programmverbreitung und zum erforderlichen schnellen Aufbau der notwendigen flächendeckenden nationalen / regionalen Multiplexe.
  • Abstimmung der Investitions- und Aufwandsplanung mit der KEF. 
  • Die aktive Kommunikation der langfristig beabsichtigten Abschaltung von UKW und des Umstiegs auf die digitale Verbreitung von Hörfunk im Standard DAB+ gegenüber der Öffentlichkeit und den Marktteilnehmern.
  • Definition der Kriterien / Parameter als Voraussetzung für den digitalen Umstieg:
    - Abdeckung digital mindestens 98 % der Fläche
    - Abdeckung mit digitalen Empfangsgeräten mindestens 50 %
  • Eine Initiative der ö-r. Rundfunkanstalten gegenüber der Konferenz der Länder (MPK) und der Bundesregierung:
    - die digitale Verbreitung über DAB+ ist der zukünftige technische Standard, ergänzt durch die digitale Verbreitung via Internet
    - der Netzausbau ist notwendiger Teil einer modernen nationalen Infrastruktur
    - die EBU-Initiative „Smart Radio" (früher: Euro-Chip) muss Teil der nationalen Strategie werden
  • Nennung eines angestrebten Abschaltdatums UKW

2. Abschaltdatum UKW:

  • Digitalradio Deutschland e.V. nennt 2025 als Abschaltdatum der analogen Verbreitung. Eine Überprüfung des Datums sollte 2020/2021 und dann 2023 erfolgen.
  • Digitalradio Deutschland e.V. hält die Nennung eines angestrebten Abschaltdatums als ein unmissverständliches Signal an alle Akteure für unverzichtbar. Nur dies wird die notwendige Klarheit und Planungssicherheit schaffen für Programm-Veranstalter, für Radio-Nutzer, für Hersteller, den Handel und für die bei allen Markt-Akteuren notwendige Kommunikation und das Marketing.
  • Selbst mit einem klaren politischen Bekenntnis und den aufgezeigten regulatorischen Maßnahmen (s. 4 und 5) wird die kostenträchtige Simulcast-Phase nur dann relativ kurz gestaltet werden können, wenn mit einem Abschaltdatum der notwendige Druck im Markt erzeugt wird.
  • Die Voraussetzungen für einen digitalen Umstieg können bei einem bis 2015 erfolgten klaren Bekenntnis zu DAB+ und der Verabredung zu den skizzierten regulatorischen Maßnahmen in einem Zeitraum von ca. 10 Jahren erfüllt sein, d.h. bis 2025.
  • Die endgültige Entscheidung über einen Umstieg 2025 kann nach Prüfung der aufgestellten Kriterien 2020, spätestens 2023, getroffen werden. Auf Grundlage der Prüfung kann dann auch eine eventuelle kurzjährige Verschiebung nach vorne oder nach hinten verabredet werden.

3. Verwendung UKW-Frequenzen

  • Das potentiell kleinteilige UKW-Spektrum sollte für den „professionellen Mobilfunk" / „Bündelfunk" genutzt werden - s. Prof. Ulrich Reimers, TU Braunschweig, Januar 2013 im Gutachten für das BMWi („Untersuchung zum Frequenzbedarf", S.48ff)
  • Lokale, private, nicht-kommerzielle Radio-Initiativen (Bürgerfunk) können darin ebenfalls
    berücksichtigt werden.

4. Private Anbieter

  • Private Programmanbieter können den Senderaufbau und Simulcast-Betrieb von digitalen Programmangeboten nur schwer leisten. Auch ist für sie die Finanzierung des aufwändigen und u.U. langen Simulcast-Betriebs (Parallelbetrieb von UWK plus DAB+) nicht finanzierbar. Es muss der gesetzliche Rahmen dafür geschaffen werden, dass diese Investitionen und der möglichst kurzfristige Parallelbetrieb zeitlich befristet
    gefördert werden können, ähnlich, wie beim Aufbau der Kabelnetze in den 80er Jahren. Auch daher ist es notwendig, die Zeit des Parallelbetriebes und die Migration zu DAB+ so kurz wie möglich zu halten.
  • Durch die zeitlich eingegrenzte "Anschubfinanzierung" werden private Programmanbieter
    motiviert, neue Programmangebote zu kreieren und anzubieten.

5. Landesmedienanstalten

  • Für die nationalen Multiplexe sollte eine "Plattform-Lizensierung" ermöglicht werden, ohne die bisherige aufwändige Zulassung einzelner Programmanbieter.
    Programmanbieter im medienrechtlichen Sinne wäre in der Folge der Plattform-Anbieter. Ein Plattformanbieter hätte somit die Möglichkeit, schnell und wirkungsvoll im Markt zu handeln und auf Veränderungen zu reagieren.
  • Die Landesmedienanstalten müssen noch deutlicher ein klares Bekenntnis und eine Förderung von DAB+ zum Ausdruck bringen. Dafür ist eine gemeinsame Strategie für den Parallelbetrieb von UKW / DAB + und die Migration zu DAB+ zu formulieren.
  • Die Landesmedienanstalten sind aufgefordert, ihre lizenzrechtlichen Zeiträume zu überprüfen und die Laufzeit der bisherigen UKW-Frequenzen bei Neulizensierung so anzupassen, dass bei einem Abschaltdatum des öffentlich-rechtlichen Rundfunks auch
    alle privaten UKW-Lizenzen enden.
  • Neue UKW-Lizenzen sind nur zu vergeben, wenn parallel dazu die DAB-Bespielung verpflichtend mit lizensiert wird (Vorbild Bayern und Sachsen-Anhalt). Festzulegen ist, ab wann keine UKW-Lizenzen mehr erteilt werden.
  • Sollten Landesmedienanstalten noch freie UKW-Frequenzen zur Verfügung stellen, sind diese nicht für neue UKW-Programmen zuzuteilen, sondern mit zeitlicher Befristung als "Stützfrequenzen" für die neuen DAB-Programme auszuweisen.
  • UKW-Lizenzen werden nicht mehr neu ausgeschrieben, sondern den bisherigen Anbietern/Lizenzinhabern wird eine Verlängerung nur noch bis zum Abschaltdatum von UKW ermöglicht und auch nur unter der Bedingung, dass diese Programme parallel über DAB+ verbreitet werden.
  • Jede Form der Förderung sollte ab einem bestimmten Zeitpunkt, beispielsweise 2018, nur noch DAB-Programmangeboten bzw. den Angeboten zugute kommen, die neben UKW auch über DAB+ verbreitet werden.

 

Pressemappe

Die Saison ist eröffnet: Deutschlandfunk Kultur präsentiert Wartburgkonzerte mit Spitzenmusikern. Alle wichtigen Informationen stehen hier (Zip-Datei) zur Verfügung.

Pressemappe

BLOWBACK ist das erste Hörgame im Radio. Das Radiohörspiel eröffnet die Story, das Handygame macht aus Hörerinnen und Hörer anschließend Mitspielende. Alle wichtigen Informationen stehen hier (Zip-Datei) zur Verfügung.

Pressemappe

Seit Juni 2014 ist Deutschlandfunk Kultur mit einem erneuerten Programmschema auf Sendung. Die Pressemappe (Zip-Datei) mit Hintergrundinformationen zum geänderten Programm steht hier zum Download zur Verfügung.

Pressemappe

20 Jahre Deutschlandradio - eine wichtige Wegmarke in der Geschichte des nationalen Hörfunks. Die Pressemappe (Zip-Datei) zum Senderjubiläum steht hier zum Download zur Verfügung.