Diplomatische Krise zwischen Frankreich und Israel

Präsident Chirac verbittet sich Besuch Scharons

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon sorgte mit seinen Äußerungen in Frankreich für Verstimmung (AP)
Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon sorgte mit seinen Äußerungen in Frankreich für Verstimmung (AP)

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon ist in Frankreich gegenwärtig nicht willkommen. Wegen der jüngsten Antisemitismus-Vorwürfe des israelischen Regierungschefs bei einer amerikanisch-jüdischen Veranstaltung in Frankreich hat sich der französische Präsident Chirac einen Besuch Scharons in Paris verbeten. Staatschef Chirac reagierte damit auf Scharons Aufforderung an die französischen Juden, das Land wegen der antisemitischen Zwischenfälle sofort zu verlassen und nach Israel einzuwandern.

Solange Scharon die Äußerungen nicht klarstelle, sei er in Frankreich nicht erwünscht, hieß es in Paris und in israelischen Medien. Nach Angaben des israelischen Fernsehens soll ein Besuch Scharons in Frankreich seit mehreren Wochen vorbereitet worden sein. Der Premier war zuletzt vor drei Jahren nach Paris gereist.

Scharon hält Vorwürfe aufrecht

Jüdisches Geschäft in Paris (AP)Jüdisches Geschäft in Paris (AP)Der israelische Regierungssprecher Pazner hatte zunächst erklärt, Scharon sei falsch verstanden worden. Er habe nur gemeint, die Juden Frankreichs gehörten genau wie alle anderen Juden der Welt nach Israel. Unterdessen teilte das Büro des Ministerpräsidenten in Jerusalem mit, Scharon sei weiterhin davon überzeugt, dass es in Frankreich Antisemitismus gebe. Nach Berichten des Rundfunks forderte er erneut die Juden dazu auf, nach Israel auszuwandern.

Es ist seit Jahren Scharons erklärtes Ziel, noch mindestens eine Millionen Juden nach Israel zu holen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:06 Uhr