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Doch nicht "Game over"

Silvio Berlusconi will Italien retten

Begrüßung oder Abschied? Silvio Berlusconi, verurteilter Ex-Ministerpräsident Italiens (picture alliance / dpa / Julien Warnaud)
Begrüßung oder Abschied? Silvio Berlusconi, verurteilter Ex-Ministerpräsident Italiens (picture alliance / dpa / Julien Warnaud)

Einen Tag nach seiner Verurteilung zu vier Jahren Haft hat der ehemalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi seine Rückkehr in die Politik angekündigt.

Gerade noch hatte die einflussreiche katholische Wochenzeitung "Famiglia Cristiana" getitelt: "Berlusconi, game over" - da steigt der "Cavaliere" ins politische Spiel wieder voll ein. "Ich fühle mich verpflichtet, in der Politik zu bleiben, um das Justizsystem zu reformieren", sagte Silvio Berlusconi in einem Interview des italienischen Fernsehsenders Tg5. Damit wolle er sicherstellen, dass anderen Bürgern nicht das gleiche passiere wie ihm.

Berlusconi war gestern wegen Steuerbetrugs und der Machenschaften seines Konzerns Mediaset zu vier Jahren Haft verurteilt worden, von denen drei aufgrund einer Amnestie aus dem Jahr 2006 sofort wieder erlassen wurden. Seine Verurteilung wegen Steuerbetrugs hatte er als Entscheidung "politisierter Richter" bezeichnet, die Italien unbewohnbar gemacht hätten. Seine Anwälte kündigten Berufung gegen das Urteil an.

Erst am Mittwoch - zwei Tage vor dem Urteil - hatte er angekündigt, nicht als Spitzenkandidat seiner Partei in den Wahlkampf im kommenden Jahr ziehen zu wollen. Berlusconi ist der Gründer der Partei Popolo della Libertà, deren Vorsitzender er auch ist.

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr