Doktorarbeit: Uni-Gutachter wirft Schavan Täuschungsabsicht vor

Bildungsministerin wehrt sich gegen neue Plagiatsvorwürfe

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) (picture alliance / dpa / Robert Schlesinger)

Ein offizieller Gutachter der Universität Düsseldorf hat die Doktorarbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) geprüft und wirft ihr laut Medieninformationen eine "plagiierende Vorgehensweise" vor. Die Ministerin weist die Anschuldigungen entschieden zurück.

Die Dissertation Schavans aus dem Jahr 1980 zeige "das charakteristische Bild einer plagiierenden Vorgehensweise". Mit diesen Worten zitiert "Spiegel Online" den Gutachter Stefan Rohrbacher, Professor für jüdische Studien an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dieser beanstandet laut Informationen des Nachrichtenportals Textstellen auf 60 von 351 Seiten.

Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert Rohrbacher mit den Worten: "Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren."

Schavan fühlt sich getroffen

Schavan bestritt die Vorwürfe. "Die Unterstellung einer Täuschungsabsicht weise ich entschieden zurück", sagte die Ministerin der "Süddeutschen Zeitung": "Es trifft mich im Kern." Das Gutachten bildet die Grundlage für die Beratungen des Promotionsausschusses der Universität Düsseldorf, dem Rohrbacher vorsteht. Dieser soll in der kommenden Woche über den Fall beraten und eine Empfehlung an den Fakultätsrat abgeben, der dann über eine mögliche Aberkennung des Doktortitels zu entscheiden hat.

Schavans Dissertation trägt den Titel "Person und Gewissen". Im Frühjahr hatte ein Blogger im Internet Schavans Zitierweise kritisiert und damit die Debatte angestoßen. Die Bundesbildungsministerin hatte sich in der Plagiatsaffäre um Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für die Einhaltung wissenschaftlicher Standards ausgesprochen. Als jemand, der selbst promoviert und in seinem Berufsleben viele Doktoranden begleitet habe, schäme sie sich für den CSU-Politiker "nicht nur heimlich", sagte Schavan damals.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr