Drei Deutsche in Afghanistan getötet

Taliban bekennen sich zu Attentat

ISAF-Soldaten untersuchen eines der zerstörten Fahrzeuge des Konvois nahe Kabul. (AP)
ISAF-Soldaten untersuchen eines der zerstörten Fahrzeuge des Konvois nahe Kabul. (AP)

Bei einem Anschlag am Rande der afghanischen Hauptstadt Kabul sind drei Deutsche ums Leben gekommen. Die Kriminalbeamten seien "im Einsatz zum Schutz unserer dortigen Botschaft und des Botschafters selbst" gewesen, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Ein weiterer Polizist wurde verletzt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier reagierte auf den Anschlag mit Trauer und Entsetzen. Der SPD-Politiker sprach den Angehörigen sein Beileid aus und forderte eine rasche Bestrafung der Hintermänner.

Trotz des Anschlags hält die Bundesregierung an ihrem Engagement in Afghanistan fest. Ihr Sprecher Ulrich Wilhelm erklärte in Berlin, die Möglichkeit, dass das Land wieder Rückzugsraum für Terroristen werden könne, sei eine Bedrohung und Herausforderung für die innere Sicherheit Deutschlands.

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Gert Weisskirchen, sagte im Deutschlandfunk, er halte es für vorstellbar, die Zahl der deutschen Soldaten in Afghanistan zu erhöhen. Das müsse aber noch in seiner Partei diskutiert werden. (Text/ MP3-Audio)

CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sprach von einem "terroristischen Anschlag der Taliban" und erklärte: "Es muss klar werden: Wir weichen dieser terroristischen Gefahr nicht, so bitter dieser Anschlag des heutigen Tages ist."

Nach Angaben der afghanischen Behörden waren die deutschen Polizisten in einem Diplomaten-Konvoi unterwegs. Ihr Fahrzeug mit deutscher Flagge sei am östlichen Stadtrand Kabuls von einem an der Straße deponierten Sprengsatz getroffen worden. In diesem Teil der Stadt fahre die Bundeswehr seit längerer Zeit Patrouille.

Erst vor drei Monaten waren in Afghanistan drei deutsche Soldaten getötet worden. Sie starben bei einem Selbstmordanschlag in Kundus. Außerdem wird in Afghanistan seit knapp vier Wochen ein deutscher Bauingenieur als Geisel gefangen gehalten.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:24 Uhr