Dresdner Elbtal verliert Welterbe-Titel

Entscheidung der UNESCO

Blick auf die Baustelle Waldschlößchenbrücke  in Dresden. Im Hintergrund die Altstadt mit der Frauenkirche. (AP)
Blick auf die Baustelle Waldschlößchenbrücke in Dresden. Im Hintergrund die Altstadt mit der Frauenkirche. (AP)

Das Dresdner Elbtal ist von der Welterbe-Liste der UNESCO gestrichen worden. Das entschied das Welterbe-Komitee nach Angaben der deutschen UNESCO-Kommission auf einer Sitzung im spanischen Sevilla. Der Titel, der vor fünf Jahren vergeben worden war, wurde angesichts des Baus der Waldschlößchenbrücke wieder aberkannt.

Nach Auffassung der UNESCO wird das umstrittene Bauwerk das Elbtal zerschneiden und die einzigartige Kulturlandschaft zerstören. Der Beschluss fiel mit 14 zu 5 Stimmen, zwei Voten waren ungültig. Eine von der Stadt angestrebte Vertagung der Entscheidung bis zur Fertigstellung der Brücke hatte das Gremium abgelehnt.

Damit wird erstmals einer Kulturstätte der begehrte Titel wieder aberkannt. Bereits 2006 war das Dresdner Elbtal auf die Rote Liste der gefährdeten Welterbe-Stätten gesetzt worden. Der Bau der Brücke hatte im Jahr 2007 begonnen.

Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz nahm die Entscheidung der UNESCO mit Enttäuschung auf. Orosz sagte, sie habe bis zuletzt dafür gearbeitet, dass der Beschluss doch noch vertagt werde. Das UNESCO-Komitee habe aber klargemacht, dass die Stadt sich wieder bewerben könne.

Der Zusammenschluss der deutschen Welterbestätten erklärte, die UNO-Organisation habe trotz aller Betrübnis in der Sache korrekt entschieden. Der Status "Welterbe" dürfe nicht verhandelbar werden.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:33 Uhr