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Dresdner Frauenkirche feierlich eingeweiht

Bundespräsident Köhler würdigt Bürgersinn bei Wiederaufbau

Menschen versammeln sich auf dem Dresdner Neumarkt zu Beginn des Festgottesdienstes zur Weihe der Frauenkirche in Dresden. (AP)
Menschen versammeln sich auf dem Dresdner Neumarkt zu Beginn des Festgottesdienstes zur Weihe der Frauenkirche in Dresden. (AP)

Sechs Jahrzehnte nach ihrer Zerstörung und 15 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands ist die wiederaufgebaute Frauenkirche in Dresden feierlich eingeweiht worden. In dem Festgottesdienst nannte der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Jochen Bohl, den Wiederaufbau ein Werk der Versöhnung und eine Mahnung zum Frieden.

Bundespräsident Horst Köhler sprach von einer gesamtdeutschen Leistung. Was in Dresden erreicht worden sei, solle dem ganzen Land Mut machen, meinte er. Der Wiederaufbau zähle zum Besten, was freie Menschen leisten könnten. Köhler fügte hinzu, angesichts der Frauenkirche werde deutlich, dass Deutschland mehr brauche als nur Gewerbegebiete, Straßen und Forschungsinstitute.

Die innere Kuppel mit Malereien in der Frauenkirche in Dresden (AP)Die innere Kuppel in der Frauenkirche (AP) An der Zeremonie nahmen rund 1.700 geladene Gäste teil, darunter auch der Herzog von Kent als Vertreter des britischen Königshauses und die Botschafter der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs. Ehrengäste waren darüber hinaus die designierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, Amtsinhaber Gerhard Schröder sowie die früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, Johannes Rau und Richard von Weizsäcker.

Rund 60.000 Menschen versammelten sich auf dem Neumarkt, um die Feier auf Großbildschirmen zu verfolgen. Der Barockbau aus dem 18. Jahrhundert war im Februar 1945 bei der Bombardierung Dresdens zerstört worden.

Wiederaufbau von Bürgern initiiert

Innenansicht der Dresdener Frauenkirche während des Weihegottesdienstes (AP)Blick in die Dresdener Frauenkirche (AP)1994 begann der von Bürgern initiierte Wiederaufbau originalgetreu nach den Plänen des Architekten George Bähr (1666-1738). Die Gesamtkosten für die Anfang der 90er Jahre zunächst als umstritten geltende Rekonstruktion beliefen sich auf knapp 180 Millionen Euro. Sie wurden zu zwei Dritteln durch 600.000 private Spender getragen, das restliche Drittel übernahmen Bund, Land und die Stadt.

Zu den anschließenden Feierlichkeiten, die bis Dienstag dauern, werden in Dresden weit über 100.000 Besucher erwartet. Davon sollen etwa 20.000 die Möglichkeit erhalten, das Kircheninnere zu besichtigen.

Thierse: Frauenkirche ist Symbol für Versöhnung

Am Samstag hatte Bundestagspräsident Wolfgang Thierse in einem Interview mit dem Deutschlandfunkden Wiederaufbau der Kirche als ein Symbol für Versöhnung bezeichnet. Was in Dresden begonnen wurde, solle in Berlin mit der Wiedererrichtung des Stadtschlosses fortgeführt werden.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:13 Uhr