Ein Forum für ethische Debatten

Neue Mitglieder des Deutschen Ethikrates benannt

Laborantinnen arbeiten mit Stammzellen in einem Labor in Rehovot, Israel. (AP)
Laborantinnen arbeiten mit Stammzellen in einem Labor in Rehovot, Israel. (AP)

Der Bundestag hat am Mittwoch die von ihm zu benennenden 13 Mitglieder des Deutschen Ethikrates gewählt. Die andere Hälfte war zuvor vom Bundeskabinett nominiert worden. Berufen werden die Mitglieder durch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU). Der Sachverständigenrat aus 26 Wissenschaftlern erarbeitet Empfehlungen zum Beispiel zur Stammzellenforschung.

Der Rat, der zukünftig aus 26 statt bisher 25 ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern bestehen wird, ist ein Forum für den Dialog über ethische Fragen und ihre Auswirkungen für die Gesellschaft. Diskutiert werden von Naturwissenschaftlern, Medizinern, Theologen, Philosophen, Juristen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern die ethischen, rechtlichen und sozialen Folgen biowissenschaftlicher Forschung und ihrer Anwendung.

Wie vorab bekannt wurde, werden 13 Mitglieder des alten auch im neuen Ethikrat vertreten sein. Zu dem Gremium gehören unter anderen der frühere baden-württembergische Regierungschef Erwin Teufel (CDU), der ehemalige SPD-Bundesminister Jürgen Schmude, Ex-Justizminister Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) und Ex-Forschungsstaatssekretär Wolf-Michael Catenhusen (SPD). Von kirchlicher Seite gehören dem Rat künftig der Augsburger katholische Weihbischof Anton Losinger, der katholische Theologe Eberhard Schockenhoff, der evangelische thüringische Landesbischof Christoph Kähler und der Präsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland, Hermann Barth, an.

Peter Radtke, Mitglied des Ethikrates, begrüßte, dass auch Menschen mit Behinderung in dem Gremium berücksichtigt werden. "Namen waren ja schon längere Zeit im Gespräch, aber den konkreten Anruf erhielt ich tatsächlich erst gestern", sagte Radtke im Deutschlandradio Kultur ([url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/02/13/drk_20080213_1610_dbb2fb59.mp3
title="MP3-Audio des Interviews mit Peter Ratke" target="_self"]MP3-Audio[/url]).

Die vom Deutschen Ethikrat erarbeiteten Stellungnahmen, Empfehlungen und Berichte werden veröffentlicht und bilden unter anderem eine Grundlage für die Debatten im Bundestag, der am Donnerstag über das Thema Stammzellforschung beraten wird.

Im vergangenen Jahr votierte der unabhängig arbeitende Kreis zum Beispiel mit knapper Mehrheit für eine Lockerung des Stammzellgesetzes, damit die deutsche Forschung im internationalen Wettbewerb bestehen könne.

Der Nationale Ethikrat war von der Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) im Juni 2001 ins Leben gerufen worden. Mit der Umgestaltung in den Deutschen Ethikrat soll ein unabhängiger Sachverständigenrat geschaffen werden, der der Bundesregierung sowie dem Bundestag Empfehlungen gibt (über den Ethikrat berichtete Jacqueline Boysen in der Sendung "Radiofeuilleton" im Deutschlandradio Kultur [url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2008/02/13/drk_20080213_1608_fb9697e2.mp3
title="MP3-Audio des Beitrags von Jacqueline Boysen" target="_self"]MP3-Audio[/url]).


Programmhinweis:
Der "Hintergrund" ab 18.40 Uhr im Deutschlandfunk trägt den Titel: "Ethik versus Therapiehoffnung - Der Streit um die Forschung an embryonalen Stammzellen".



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Links bei dradio.de:

Bundestag streitet über Stammzellforschung

 

Externe Links:

Nationaler Ethikrat

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr