"Ein neues Bild von Deutschland schaffen"

Linkspartei stellt Beate Klarsfeld als Kandidatin vor

Beate Klarsfeld stellt sich als Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten vor (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)
Beate Klarsfeld stellt sich als Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten vor (picture alliance / dpa / Tim Brakemeier)

Beate Klarsfeld ist in Berlin als Kandidatin der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten vorgestellt worden. Ihrem Ziel, für ein anderes Deutschland zu werben, will die 73-Jährige auch in dieser Rolle treu bleiben.

<p>Sie habe die Idee, ein moralisches Deutschland zu schaffen, das auch in anderen Ländern Europas soziale Gerechtigkeit herbeiführen könne, sagte die Publizistin vor Journalisten in Berlin. Konkrete Vorstellungen über inhaltliche Schwerpunkte im Amt des Bundespräsidenten nannte sie nicht. "Im Augenblick kann ich noch kein Programm festlegen, weil ich noch nicht gewählt worden bin, sagte Frau Klarsfeld, die nebenbei erwähnte, dass sie in Frankreich zu den Unterstützern des konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy zählt. Damit liegt sie wohl kaum auf der Linie der Linkspartei in Deutschland. <br /><br /></p><p><strong>Die Deutschen wieder schätzen lernen</strong></p><p>"Ich habe das Versprechen eingelöst, dass NS-Verbrecher verfolgt werden müssen, wo immer sie sind", sagte die Publizistin. Das Ehepaar Beate und Serge Klarsfeld hat über Jahrzehnte von Paris aus dafür gesorgt, dass ehemalige Nazi-Verbrecher weltweit aufgespürt und bestraft wurden. Auf diese Weise hätten zum Beispiel viele jüdische Menschen an ihrem Beispiel gelernt, die Deutschen wieder zu schätzen. <br /><br /><papaya:media src="fdc977146f33be16f3ac2c2385b03ca8" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Deutsche Geschichte: Beate Klarsfeld beschimpft 1968 Kanzler Kiesinger als &quot;Nazi&quot;" popup="yes" />Dass ihr hierzulande nicht ungeteilte Wertschätzung zuteil wurde und wird, hat auch mit dem 7. November 1968 zu tun: Dem Tag, als Beate Klarsfeld dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger eine Ohrfeige gab. Sie habe nicht erlauben wollen, dass ehemalige Nazis wieder ein Land regierten, schilderte Beate Klarsfeld nun noch einmal ihre Beweggründe. Ihr Mann Serge habe nach der aufsehenerregenden Aktion zu ihr gesagt: "Du wirst lange warten müssen, bis Deutschland sich erkenntlich zeigt."<br /><br />Vielleicht ist am 18. März dieser Tag, das Zusammentreten der nächsten <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204994" text="Bundesversammlung" alternative_text="Bundesversammlung" />. Dass Beate Klarsfeld dort keine Mehrheit bekommen dürfte, scheint auch den Vertretern der Linkspartei klar zu sein. Parteichefin Gesine Lötzsch und der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi äußerten beim gemeinsamen Auftritt mit Klarsfeld die Erwartung, dass die im Ausland mit höchsten Auszeichnungen bedachte Deutsche nach der Präsidenten-Wahl zumindest das Bundesverdienstkreuz bekommen wird. Gysi: "Eigentlich müsste ganz Deutschland stolz sein auf Beate Klarsfeld."<br /><br /><strong>Weitere Beiträge im Deutschlandradio zu Beate Klarsfeld:</strong><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204994" text="Linkspartei nominiert Beate Klarsfeld" alternative_text="Linkspartei nominiert Beate Klarsfeld" /> - <br> Publizistin tritt bei Präsidentenwahl gegen Joachim Gauck an<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="204968" text="Beate Klarsfeld bringt sich gegen Gauck in Stellung" alternative_text="Beate Klarsfeld bringt sich gegen Gauck in Stellung" /> - <br>Wahl des Bundespräsidenten: "Nazi-Jägerin" könnte am 18. März auf die Stimmen der Linken zählen</p>

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr