Ein Tag, der die Welt veränderte

Beiträge, Reportagen und Interviews zum zehnten Jahrestag von 9/11

Von Annette Riedel und Thilo Kößler

Das zweite Flugzeug rast am 11. September 2001 in einen der Türme des World Trade Centers in New York.
Das zweite Flugzeug rast am 11. September 2001 in einen der Türme des World Trade Centers in New York.

Die Bilder von den Flugzeugen, die sich in die Zwillingstürme bohren; von den brennenden Hochhäusern, die Rauchfahnen in den Himmel über New York spucken; von den einstürzenden Türmen, die schließlich in sich zusammenfallen wie Kartenhäuser: Sie sind zu Chiffren geworden für das Hass- und Gewaltpotenzial verblendeter Terroristen; für die Verwundbarkeit von Staaten und Bürgern; für die Ungleichheit der Waffen zwischen Terroristen und Terrorbekämpfern.

Die Attentäter trafen die Zwillingstürme des World Trade Centers, sie trafen das Pentagon und sie wollten auch das Kapitol oder das Weiße Haus treffen: Sie zielten auf die Symbole der Vereinigten Staaten von Amerika und trafen sie ins Herz ihres Finanz- und Wirtschaftszentrums, ins Herz ihrer politischen Macht und am Ende auch ins Herz ihrer offenen Gesellschaft.

Die Bilder der einstürzenden Zwillingstürme zeigen nicht nur die Maßlosigkeit dieser Anschläge – sie erklären auch die Heftigkeit der Gegenreaktionen: Die Folge waren die Kriege in Afghanistan und im Irak; die Folge waren Abu Ghraib und Guantánamo. Dem Getöse der Terroranschläge folgte der beunruhigend ruhige Erosionsprozess rechtsstaatlicher Prinzipien und demokratischer Werte. Bis heute sind die Wunden nicht vernarbt, die der 11. September 2001 auch zwischen den Kulturen geschlagen hat – das Misstrauen sitzt tief zwischen Orient und Okzident, zwischen islamischer und westlicher Welt, zwischen Nord und Süd.

Das Deutschlandradio wird in seinen drei Programmen die Ereignisse vom 11. September 2001 am zehnten Jahrestag in Erinnerung rufen.

So widmet sich DRadio Wissen am 9. September ganz den Folgen von 9/11 in einem Thementag. Außerdem widmet sich eine Spezialausgabe der "Redaktionskonferenz" ganz dem Anschlag und seinen Folgen.

Sie finden alle Beiträge zum Jahrestag des 11. September 2001 in unserem Sammelportal.

Deutschlandradio Kultur:

Im Deutschlandradio Kultur wird noch bis zum 10. September täglich um 8.40 Uhr in der Ortszeit einer unserer Korrespondenten aus jenen Ländern berichten, die die Konsequenzen aus dem Al-Qaida-Terror und der militärischen und politischen Gegenwehr am meisten zu spüren bekommen haben, namentlich natürlich die USA, aber auch Spanien, Tunesien, Pakistan, Großbritannien, Indonesien und der Irak u.a..

Bereits am 20.8. redete DKultur-Chefredakteur Peter Lange mit dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, dem CDU-Politiker Ruprecht Polenz, Tacheles zum Thema "9/11 - 10 Jahre danach".

Afghanische Zeitungen berichten über die Ermordung des Terroristenführers Osama bin Laden. (AP)Afghanische Zeitungen berichten über die Ermordung des Terroristenführers Osama bin Laden. (AP)In der Weltzeit am 5. September geht es um die Bewältigung der ökonomischen Krise in den USA, die die Anschläge auslösten. Am selben Tag setzen sich die Zeitfragen mit sicherheitspolitischen und juristischen Konsequenzen sowie mit demokratietheoretischen Fragen auseinander, vor dem Hintergrund des "Krieges gegen den Terrorismus", den die USA ausriefen.

Im Feature am 7. September können Sie eine Collage aus Tonaufnahmen hören, die rund um die Ereignisse des 11. September gesammelt wurden. Die Zeitreisen am selben Tag beschäftigen sich mit der Frage, welche Rolle die Verarbeitung dieses Schreckenstages in einer Gesellschaft spielt, die das klassische Helden- und Märtyrertum längst relativiert hat.

In der Weltzeit am 8. September widmet sich Klaus Remme Befindlichkeiten in US-Politik und US-Gesellschaft.

In der Sendung "Radiofeuilleton - Im Gespräch" am 10. September analysieren die Studiogäste Aktham Suliman, Studioleiter von "Al Jazeera" in Berlin, und der Politikwissenschaftler Walther Stützle, wie sich die Welt nach 9/11 verändert hat. Die Zuhörer sind eingeladen, sich unter der kostenfreien Telefonnummer 00800 – 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@dradio.de an der Diskussion teilzunehmen und Fragen zu stellen.

Am 11. September selbst können Sie neben aktuellen Berichten, Interviews und Kommentaren zwei längere Sendungen hören:

Die Sendung Literatur befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung der Ereignisse und die Die Reportage, ein Zeitdokument aus dem Jahr 2001, gibt Einblick in den Alltag einer traumatisierten Stadt.


Deutschlandfunk:

Der Deutschlandfunk wird in mehreren Reihen auf den Jahrestag eingehen: So bilanziert der Hintergrund in sechs Folgen den islamistischen Terror und schildert die geopolitischen Veränderungen, die die Anschläge im Nahen Osten nach sich zogen. Thema werden auch die Folgen für die deutsche Sicherheitsgesetzgebung sein.

Das Podium sendet vom 5. bis 9. September um 7.50 Uhr Reportagen von Klaus Remme:

5.9.Ground Zero - Reportage aus New York
6.9. Die Troop Greeters von Bangor, Maine
7.9. Muslime unter Generalverdacht. Reportage aus Murfreesboro, Tennessee
8.9. 9/11 im amerikanischen Schulunterricht - Der Anschlag von New York beginnt zu verblassen
9.9. Das Ende von Flug 93 - Ein Acker für die Ewigkeit. Reportage aus Shanksville, Pennsylvania

Europa heute beschäftigt sich ab dem 5. September mit den Brüchen in der Außen- und Sicherheitspolitik der EU, mit der Lage der Muslime in Europa und mit der russischen Antiterrorpolitik.

Wirtschaft und Gesellschaft wird die Kosten der Krisen und Kriege bilanzieren.

8.9. 9/11 und die Reaktion der Zentralbanken
9.9. 9/11 Economic Costs - Kosten des Anti-Terrorkampfes


Das politische Feature sendet bereits am 30. August "Ground Zero – Erinnerungspolitik und Wiederauf bau am Ort des Anschlags".

Die Studiozeit beleuchtet am 8. September das Verhältnis des Westens zur islamischen Welt und im Playlist Atelier neuer Musik am 10. September reflektieren New Yorker Komponisten das Phänomen 9/11.

Am 11. September selber ist der US-Botschafter in Deutschland, Philip Murphy, zu Gast im Interview der Woche um 11:05 Uhr.

Von 18 bis 20 Uhr erinnert eine Sondersendung im Deutschlandfunk unter dem Titel "11. September - Zehn Jahre danach" an die Ereignisse damals. Mit Studiogästen analysieren wir die politischen Entwicklungen seither und berichten über die Gedenkfeiern an diesem Tag in den USA. Mit dabei unter anderem Wolfgang Ischinger, für den der 11.9.2001 der erste Arbeitstag als Deutscher Botschafter in Washington war.


Am Ende der vielen Sendereihen, Reportagen, Features und Analysen könnte diese Erkenntnis stehen: 9/11 ist auch zehn Jahre danach noch nicht Geschichte. Die Folgen prägen bis heute Politik und Alltag. Denn tatsächlich ist (fast) nichts mehr, wie es vorher war.

9/11 - Thementag bei DRadio Wissen



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Links bei dradio.de:

Sammelportal: 9/11 - Zehn Jahre danach

 

Letzte Änderung: 18.12.2019 17:03 Uhr