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Eine Frage der Gerechtigkeit

Debatte um Zukunft des Rentensystems nach Erhöhung der Altersbezüge

Ein älterer Mann raucht an der Spree in Berlin eine Zigarette. (AP)
Ein älterer Mann raucht an der Spree in Berlin eine Zigarette. (AP)

Mehrere Tage nach dem Kabinettsbeschluss zur außerplanmäßigen Rentenerhöhung dauert die Debatte um Generationengerechtigkeit in Deutschland an. Nun meldete sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Wort: "Ich stehe hundertprozentig hinter dieser Rentenerhöhung", sagte die CDU-Vorsitzende der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). "Sie ist mit 1,1 Prozent nach drei Nullrunden wahrlich nicht überzogen, sondern verantwortbar", betonte Merkel.

Merkel verwies auf Entescheidungen, die den Jüngeren zugutekommen. Sie nannte den Bonus für die Riester-Rente während der Ausbildung und die Regelung, dass die Einkommensumwandlung für betriebliche Alterssicherung dauerhaft sozialversicherungsfrei bleibt. "Vor diesem Hintergrund kann ich die Aussetzung des Riester-Faktors für zwei Jahre zum Wohle der Rentner gut vertreten", erläuterte sie den Beschluss vom Dienstag dieser Woche.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck sagte der "Bild am Sonntag" sagte, auch die Rentner sollten den Aufschwung spüren. Er äußerte sich zuversichtlich, dass es weitere deutliche Steigerungen geben könne. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer will Rentenerhöhungen an die Lohnzuwächse koppeln. Um wieder mehr Verlässlichkeit in die Rentenpolitik zu bringen, müsse die Berechnung geändert werden, forderte der CSU-Politiker in der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sprach sich für eine stärkere Steuerfinanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung aus. Wenn die Politik Beschlüsse fasse, die Auswirkungen auf die Rente haben, dann müsse sie die Steuermittel aufbringen, um das zu finanzieren, sagte der CDU-Politiker dem "Bonner General-Anzeiger". Anderenfalls müssten die Beiträge steigen, was aber unerwünscht sei. Die Beitragszahler sollten entlastet und dadurch zu höherer Produktivität motiviert werden

Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge kritisierte vor dem Hintergrund der aktuellen Rentendiskussion die Ungleichverteilung von Reichtum in der Gesellschaft. Die Scheidelinie verlaufe nicht zwischen Jungen und Alten, sondern zwischen Armen und Reichen, sagte Butterwegge im Deutschlandradio Kultur. Mit der Debatte über eine Rentnerdemokratie werde davon abgelenkt. Es werde übertrieben, dramatisiert und Stimmung gemacht. Rentner würden an den Pranger gestellt. Das schade dem sozialen Frieden. (Text/ MP3-Audio)



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

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