Eine Woche nach Wirbelsturm „Sandy“

Hunderttausende leben in katastrophalen Zuständen

Zwei Männer in Queens kochen auf der Straße essen (picture alliance / dpa / EPA / Justin Lane)
Zwei Männer in Queens kochen auf der Straße essen (picture alliance / dpa / EPA / Justin Lane)

Einen Tag vor der Präsidentschaftswahl in den USA haben noch immer 1,4 Millionen Haushalte im Nordosten des Landes keinen Strom. Das Heizöl wird knapp und die Temperaturen sinken nachts auf Null Grad. In Haiti warnen die Vereinten Nationen vor einer Hungersnot.

Mindestens 170 Tote und Schäden in Milliardenhöhe - Hurrikan "Sandy" hat in der Karibik und der Ostküste der USA für große Verwüstungen gesorgt. Nun verschärft sich die Lage der Opfer weiter: Haiti stehe erneut vor gravierenden Ernährungs- und Gesundheitsproblemen, sagte Astrid Nissen vom Deutschen Roten Kreuz im Deutschlandfunk. Rund 70 Prozent der Ernten seien zerstört. Es drohten "extreme Engpässe in der Versorgung der Bevölkerung." Nach einer lang anhaltenden Trockenperiode im Frühjahr sei jetzt schon die zweite Ernte stark geschädigt.

Es bestehe die Gefahr, dass sich eine bereits grassierende Choleraepidemie ausweitet, an der seit 2010 über 7600 Menschen gestorben sind. Das Land leidet noch immer unter den Folgen eines schweren Erdbebens vor knapp drei Jahren. Damals waren mehr als 220.000 Menschen getötet worden. Am Samstag hatte die Regierung Haitis den Notstand ausgerufen.

Kälte bedroht Menschen an der US-Ostküste

Eine Frau in einer Rote-Kreuz-Unterkunft in New Jersey (picture alliance / dpa / EPA / American Red Cross)Eine Frau in einer Rote-Kreuz-Unterkunft in New Jersey (picture alliance / dpa / EPA / American Red Cross)Auch in den USA wird die Lage immer schwieriger. Noch immer sind knapp zwei Millionen Menschen in der Katastrophenregion ohne Strom, auch das Heizöl wird knapp. In New York und Umgebung fielen die Temperaturen nachts bis auf null Grad. Die Stadt öffnete bereits Notunterkünfte und verteilte Decken. "Die Kälte ist wirklich gefährlich", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und rief ältere Menschen ohne Heizung auf, in Notunterkünfte zu gehen.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg fürchtet, dass 30.000 bis 40.000 New Yorker neue Wohnungen brauchen - und das in einer Stadt, in der Wohnraum ohnehin knapp und teuer ist. In manchen Gebieten könnten einige Häuser noch Wochen ohne Strom und damit ohne Heizung und oft auch ohne Wasser sein.

Benzin ist weiterhin knapp

Vielerorts bildeten sich weiter kilometerlange Schlangen vor den Tankstellen, unter anderem im von "Sandy" schwer getroffenen Norden von New Jersey. Der Gouverneur des US-Staates, Chris Christie, ordnete dort die Rationierung von Benzin an. Nach mehreren Festnahmen wegen Übergriffen an Tankstellen setzten die Behörden mehr Sicherheitskräfte ein, um einen Anstieg der Kriminalität zu verhindern. Abhilfe soll in ein paar Tagen kommen. Zum einen wird mit Lastzügen Benzin und Diesel herbeigeschafft. Zum anderen sollen Raffinerien und Tankhäfen bald wieder voll arbeiten.

Mitte der Woche wird ein neuer schwerer Wintersturm erwartet, der heftigen und eisig kalten Wind nach New York bringen könnte.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr