Einkaufswagen statt Sparstrumpf

Deutschlands Verbraucher in Kauflaune

Ausgeben? Anlegen? Die Sparquote in Deutschland sinkt derzeit. (Stock.XCHNG / Vera Reis)
Ausgeben? Anlegen? Die Sparquote in Deutschland sinkt derzeit. (Stock.XCHNG / Vera Reis)

Der monatlich ermittelte Konsumklima-Index steht auf dem höchsten Niveau seit sechs Jahren. Damit bleibt der private Verbrauch eine wichtige Stütze der Wirtschaft - angesichts mickriger Sparzinsen sehen viele Menschen auch keine Alternative.

Diese Zinssätze sind übersichtlich: 0,15 Prozent, 0,4 Prozent ... Solche Renditen sind derzeit typisch für Sparbücher. Bei Fest- oder Tagesgeld sieht es naturgemäß etwas besser aus, aber bei manchen Banken wird nicht einmal die Teuerungsrate erreicht. Gespartes Geld verliert also nach und nach an Kaufkraft.

"Sparen ist derzeit aufgrund der historisch niedrigen Zinsen nicht attraktiv", schreibt die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zu ihrer heutigen Verbraucherstudie. Der Index, den die GfK aus drei Einzelbausteinen errechnet, ist auf einem Stand, den er zuletzt im September 2007 erreicht hatte, also vor Beginn der Finanz- und Staatsschuldenkrise. Rund 2000 Bürger wurden gefragt, wie sie die Entwicklung ihres persönlichen Einkommens, die wirtschaftliche Lage und schließlich ihre Bereitschaft zu größeren Anschaffungen beurteilen, alle drei Punkte auf einen Zeithorizont des kommenden Jahres bezogen.

Aus den Angaben zeigt sich, dass die Anschaffungsneigung zwar leicht zurückging, aber trotzdem auf einem recht hohen Niveau verbleibt. Die Erwartungen zum eigenen Einkommen und zur Konjunktur stiegen im Juni, so dass sich als Indexgröße ein Punktwert von 6,8 ergibt, das sind 0,3 Punkte mehr als im Vormonat - und eben ein Sechsjahres-Rekord.

Weniger Furcht vor Arbeitslosigkeit, höhere Gehälter

GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl wies auch auf die guten Tarifabschlüsse der letzten Zeit sowie den stabilen Arbeitsmarkt hin. Dies werde sich im Portemonnaie bemerkbar machen - auch weil die Inflation im Augenblick relativ niedrig sei, so Bürkl. In Deutschland seien deutlich weniger Menschen ohne Beschäftigung als 2007 - eine Besonderheit im Vergleich mit anderen europäischen Ländern, die fortgesetzt Höchststände bei der Arbeitslosigkeit vermelden müssen.

Von - statistisch ermittelten - 100 Euro, die in Deutschland mit Produkten und Dienstleistungen erwirtschaftet werden, werden jeweils rund 60 Euro durch den Verbrauch von Privatpersonen getragen. Damit ist der Konsum die wichtigste Stütze der Wirtschaft, vor den Investitionen der Industrie, den öffentlichen Aufträgen und dem Export in andere Länder.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr