El Baradei setzt Iran letzte Frist

IAEO berät über Resolutionsentwurf

IAEO-Chef Mohamed El Baradei bei der Sitzung der Atomenergiebehörde  (AP)
IAEO-Chef Mohamed El Baradei bei der Sitzung der Atomenergiebehörde (AP)

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohamed el Baradei, hat auf der IAEO-Dringlichkeitssitzung in Wien den Iran aufgefordert, innerhalb eines Monats die Urananreicherung wieder einzustellen. Ansonsten soll der Streit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorgelegt werden.

El Baradei bezeichnete die Lage im Streit um das iranische Nuklearprogramm als kritisch. Es handele sich aber nicht um eine Krise, sagte El Baradei.

EU wirft Iran "Provakationen" vor


Die Europäische Union wirft dem Regime in Teheran "Provokationen" vor. Es habe mit der Wiederaufnahme der Urananreicherung in Natans die Autorität der IAEO herausgefordert, sagte der deutsche Botschafter bei der Organisation, Herbert Honsowitz. "Jetzt ist die Zeit gekommen, dass der Sicherheitsrat eingeschaltet wird," sagte Honsowitz.

Die iranische Atomanlage Isfahan liegt etwa 410 Kilometer südlich von der iranische Hauptstadt Teheran. (AP)Die iranische Atomanlage Isfahan (AP)Der US-Delegierte Gregory Schulte erklärte, die IAEO müsse "dem iranischen Regime eine klare und eindeutige Botschaft übermitteln". Auch der russische Chefdelegierte Grigori Berdennikow sprach von einem "ernsten Signal an Iran".

Abstimmung über Resolutionsentwurf am Freitag


In Wien berät das Direktorium der IAEO über einen Resolutionsentwurf zur iranischen Atompolitik. Darin wird gefordert, die Angelegenheit an den UNO-Sicherheitsrat zu verweisen. Zur Begründung heißt es, der Iran verfolge mit dem Programm nicht nur friedliche Zwecke.

Der Antrag wird von der EU, den USA, Russland und China unterstützt. Nach Angaben eines IAEO-Sprechers wird mit einer Abstimmung erst am Freitag gerechnet, da einige Länder um Vertagung gebeten hätten.

Putin und Bush legen Kompromissvorschlag vor


Im Vorfeld des Treffens hatten US-Präsident George W. Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin einen Kompromissvorschlag vereinbart. Demnach unterstützt Bush die Initiative Moskaus, die dem Iran die Anreicherung von Uran auf russischem Staatsgebiet erlauben würde.

In einem Telefongespräch mit Putin bekräftigte Bush nach den Worten eines Sprechers seine Unterstützung für den Kompromissvorschlag Moskaus, der dem Iran die Anreicherung von Uran auf russischem Staatsgebiet erlauben würde.

Teheran warnt vor Zuspitzung


Der iranische Außenminister Manuschehr Mottaki warnte in einem Interview mit dem britischen "Guardian" vor einer Zuspitzung des Konflikts. Er drohte mit Gegenmaßnahmen Teherans, sollte der Streit vor den UNO-Sicherheitsrat gebracht werden.

Klose: Iran droht "völlige Isolierung"


Hans-Ulrich Klose (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages (SPD Hamburg)Hans-Ulrich Klose (SPD) (SPD Hamburg)Der stellvertretende Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Hans-Ulrich Klose, plädierte für eine Verhandlungslösung. "Das Land würde durch die Fortsetzung seines Nuklearprogramms in eine völlige Isolierung hineinlaufen", sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Dies wüssten auch die Mullahs. Deshalb betrachte er den Versuch, eine politische Lösung zu finden, noch nicht für gescheitert, erklärte Klose.

Der Iran hatte vor kurzem sein Programm zur Uran-Anreicherung wieder aufgenommen und damit international Kritik ausgelöst. Teheran wird vorgeworfen, unter dem Deckmantel von Forschungs- und Energieprogrammen an Atomwaffen zu arbeiten.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:14 Uhr