Elektronische Schnipseljagd

Computergestützte Rekonstruktion von Stasi-Akten gestartet

Stasi-Akten  (AP)
Stasi-Akten (AP)

In Berlin startet heute die elektronische Rekonstruktion von zerrissenen Stasi-Unterlagen. Für das zweijährige Pilotprojekt hat der Bundestag rund 6,3 Millionen Euro bewilligt. Damit können laut Stasi-Unterlagenbehörde die Schnipsel aus rund 400 Säcken zusammengesetzt werden. Erwartet werden weitere Aufschlüsse über die Arbeit der Stasi.

In der Wendezeit Ende 1989 hatte die DDR-Staatssicherheit mit der Vernichtung von Akten in großem Stil begonnen. Deshalb besetzten Bürgerrechtler im Winter 89/90 zahlreiche Stasi-Dienststellen. So konnten große Menge des zerrissenen Materials in rund 16.000 Säcken mit etwa 600 Millionen Papierschnipseln gesichert werden. Material aus rund 320 Säcken wurde bislang in Zirndorf bei Nürnberg per Hand zusammengesetzt.

Der Projektleiter der elektronischen Rekonstruktion am Fraunhofer-Institut, Bertram Nickolay, ist überzeugt, dass sich die Zeit für die Wiederherstellung der Stasi-Akten erheblich verkürzen lässt, sollte das Projekt erfolgreich sein. Nach Ablauf der Pilotphase könnten die übrigen 16.000 Säcke mit Papierschnipseln in vier bis fünf Jahren rekonstruiert sein, sagte Nickolay im Deutschlandfunk.
(Text/ MP3-Audio)

Die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, ist sicher, dass die Rekonstruktion der Unterlagen noch viele wichtige Informationen zutage fördern kann. Dies ergebe sich nicht nur aus den bislang erfolgten Rekonstruktionen, sondern auch aus den Befehlen der Staatssicherheit vom November 1989, die genaue Prioritäten festlegten, was zerstört werden soll. (Text / MP3-Audio)

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:22 Uhr