Erklärwerk: Der Hebel

Von Stephan Beuting

Eine griechische und eine portugiesische Ein-Euro-Münze  (picture alliance / dpa)
Eine griechische und eine portugiesische Ein-Euro-Münze (picture alliance / dpa)

In Brüssel wird über die Details zur wundersamen Geldvermehrung beim Euro-Rettungsschirm verhandelt. Die Garantien müssen erhöht werden, das Ausmaß der Krise verlangt immer größere Deckungssummen. Nun soll der sogenannte Hebel Abhilfe schaffen.

Die Lage ist vertrackt: Die Staaten der Euro-Zone brauchen Geld, doch Staatsanleihen lassen sich für einige Länder nur zu horrenden Renditen veräußern. Die Zahlung dieser Rendite treibt die Länder wiederum noch tiefer in die Schuldenkrise, ein Teufelskreis. Der Europäische Rettungsfonds EFSF sollte aus diesem Teufelskreis den Ausweg weisen, indem er die Kreditaufnahme absichert und so günstigere Konditionen ermöglicht. Doch schnell wurde klar, die Garantien müssen erhöht werden, das Ausmaß der Krise verlangt immer größere Deckungssummen. Nun soll der sogenannte Hebel Abhilfe schaffen.

Ein mechanischer Hebel kann eine eingesetzte Kraft vervielfachen. Aber: Auf der anderen Seite muss dafür, wie bei einem Brecheisen oder einem Wagenheber, ein entsprechend größerer Weg zurückgelegt werden. Ein finanzieller Hebel soll nun die Kraft des Europäischen Rettungsfonds vervielfachen. Um im Bild zu bleiben: Die Garantien der Eurostaaten im EFSF sollen mehr Kraft entfalten, indem sie zusätzliches Geld privater Anleger absichern, denen damit der Kauf von Staatsanleihen schmackhaft gemacht werden soll. Ein EFSF-Euro könnte damit ein Vielfaches seines Wertes bewegen.

"Wie funktioniert so ein Finanzhebel?"

Deutschlandfunk-Wirtschaftsredakteur Benjamin Hammer:

"Es sieht im Moment so aus, dass das Geld im Euro-Rettungsfonds gar nicht ausreicht, also bedient man sich eines Tricks, um das ganze Geld nach oben zu hebeln, man verwendet das Geld nicht für den Kauf von Staatsanleihen, sondern man schließt eine Art Versicherung ab auf die Staatsanleihen und sagt Investoren, zum Beispiel aus China, wenn ihr eine Staatsanleihe kauft, dann garantieren wir euch mit unserem Geld bei einem Ausfall 20 – 30 Prozent eures Investments, damit möchte man den Euro-Rettungsfonds nach oben hebeln, aber ob sich die Investoren darauf einlassen, das ist eine ganz andere Frage."

Um Spekulationen zu ungunsten klammer Euro-Staaten zu unterbinden, ist nach Einschätzung des polnischen Finanzministers Jacek Rostowski eine Summe von bis zu drei Billionen Euro nötig.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr