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Erklärwerk: Eurobonds

Von Martin Krinner

Ein rund 20 Jahre altes Buch aus der Agentenreihe "James Bond" liegt zwischen Euro-Scheinen und Münzen. (picture alliance / dpa - Frank Rumpenhorst)
Ein rund 20 Jahre altes Buch aus der Agentenreihe "James Bond" liegt zwischen Euro-Scheinen und Münzen. (picture alliance / dpa - Frank Rumpenhorst)

Eurobonds, mit denen die Euro-Länder gemeinsam Schulden aufnehmen könnten, sind hoch umstritten. Zu den Befürwortern zählt EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso. Der will am Mittwoch drei Varianten vorstellen, wie so eine gemeinsame Schuldenaufnahme in Europa aussehen könnte.

Szenario 1 geht am weitesten: Eurobonds ersetzen die nationalen Staatsanleihen komplett. Fällt ein Mitgliedsstaat aus, müssen die anderen auch für dessen Anteile garantieren.

Szenario 2: Deutsche, französische oder italienische Staatsanleihen gibt es nach wie vor, Eurobonds kommen nur dazu. Wie viel ein Staat aus diesem Topf bekommt, das könnte zum Beispiel von dessen Haushaltsdisziplin abhängen.

Szenario 3: Die Eurozone gibt Anleihen aus, haftet dafür aber nicht als Gemeinschaft. Fällt ein Land aus, müssen die übrigen nicht dafür geradestehen. Auch hier gäbe es weiterhin nationale Staatsanleihen.

Frage: Barroso kann seine Vorschläge nur zur Diskussion stellen. Sie haben keinen bindenden Charakter. Haben diese Szenarien überhaupt eine Chance?

Dazu Volker Finthammer, Korrespondent aus Brüssel:

"Das hängt ganz davon ab, zu welchen Integrationsschritten die Staaten in der Finanz- und Wirtschaftspolitik bereit wären. Bislang verbieten die EU-Verträge die Übernahme der Schulden eines Staates durch die anderen. Wirklich gemeinsame Euro-Anleihen wären erst möglich, wenn es auch eine einheitliche Finanz- und Haushaltspolitik gäbe, die nur noch wenige nationale Alleingänge erlauben. Davon aber sind die Partner in der Eurozone noch weit entfernt. Insofern dürften Eurobonds erst am Ende eines umfassenden Integrationsprozesses in der Eurozone stehen. Vorher dürften sie kaum akzeptiert werden."

Zahl: 47 Milliarden Euro.

Sollten Eurobonds kommen, dann müsste sich Deutschland auf Mehrausgaben von 47 Milliarden Euro einstellen. Das meint das ifo-Institut. Befürworter der Eurobonds halten dagegen, dass drohende Staatspleiten oder ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone den deutschen Steuerzahler noch mehr kosten würden.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:45 Uhr