Startseite > zu klären > Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts > Beitrag vom 05.09.2009

Erneut Anschlag auf Bundeswehr in Afghanistan

ISAF-Soldaten der Bundeswehr patrouillieren  in der Nähe von Feisabad, in Nordafghanistan. (AP)
ISAF-Soldaten der Bundeswehr patrouillieren in der Nähe von Feisabad, in Nordafghanistan. (AP)

In Afghanistan sind heute früh bei einem Selbstmordanschlag vier deutsche Soldaten verletzt worden. Wie ein Bundeswehrsprecher bestätigte, hatte sich der Attentäter fünf Kilometer von Kundus entfernt mit einem Auto in die Luft gesprengt. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Gestern waren bei einem von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff auf zwei von den Taliban gekaperte Tanklastwagen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Das deutsche Verteidigungsministerium spricht von rund 50 getöteten Aufständischen, afghanische Quellen von mindestens 90 Toten, darunter auch Zivilisten.

Fall soll untersucht werden

Neben Experten der NATO soll auch ein Team der Vereinten Nationen den Luftangriff untersuchen. Es müsse geprüft werden, warum der Angriff erfolgte, obwohl Opfer unter den Zivilisten nicht auszuschließen gewesen seien, erklärte der stellvertretende UNO-Beauftragte für Afghanistan Peter Galbraith.

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung stellte sich hinter den deutschen Offizier, der den NATO-Luftangriff befohlen hatte. Die Taliban hätten wiederholt mit Anschlägen auf die deutschen Truppen vor der Bundestagswahl gedroht. Deshalb habe eine sehr konkrete Gefahrenlage bestanden, als die Taliban zwei Tanklastwagen in ihre Gewalt gebracht hätten, betonte Jung. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft, ob ein Ermittlungsverfahren gegen den verantwortlichen Bundeswehr-Offizier eingeleitet werden muss.

Der Oberkommandierende der US- und NATO-Truppen, Stanley McChrystal, sprach in Kabul davon, dass bei dem Einsatz auch Zivilisten verletzt worden seien.

Aufbau oder Abzug - in den USA wird über die künftige Afghanistan-Strategie diskutiert.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:34 Uhr