Erneut radioaktive Lauge in Asse festgestellt

Strahlenschutzbundesamt plädiert für Schließung des Atommülllagers

Gelbe Fässer mit dem Radioaktivitätszeichen stehen  neben einem Hinweisschild zur Schachtanlage Asse II in Remlingen bei Wolfenbüttel. (AP)
Gelbe Fässer mit dem Radioaktivitätszeichen stehen neben einem Hinweisschild zur Schachtanlage Asse II in Remlingen bei Wolfenbüttel. (AP)

In das niedersächsische Atommülllager Asse ist an mehreren Stellen erneut radioaktiv belastete Lauge eingesickert. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz gestern Abend mitteilte, wurden die Lösungen in gut 900 Meter Tiefe bei einem Kontrollgang festgestellt.

Die Laugen wiesen Belastungen mit radioaktivem Cäsium und Tritium auf. Den Angaben zufolge liegen die Werte aber unterhalb der Freigrenzen der Strahlenschutzverordnung. Eine Gefährdung des Betriebspersonals und der Umgebung sei ausgeschlossen.

Suche nach Lösung

Nach den neuen Problemen im Atommülllager Asse hat der FDP-Umweltpolitiker Michael Kauch Anstrengungen für eine sichere Endlagerung von radioaktiven Abfällen angemahnt. So müsse geprüft werden, ob sich der Standort Gorleben besser eigne als das Salzbergwerk Asse in Niedersachsen. Asse sei eine Altlast früherer politischer Entscheidungen. Auch sei dort in den 60er-Jahren teilweise illegal Atommüll eingelagert worden. (MP3-Audio)

König: Zustände sind unzumutbar

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, bezeichnete den Zustand im Atommülllager Asse als unzumutbar. König sagte im Deutschlandfunk, täglich dringe Grundwasser in das Lager ein. Vor diesem Hintergrund sei nicht klar, wie lange die Standsicherheit des Bergwerks noch gewährleistet sei. Ziel müsse nun eine geordnete Schließung des Lagers sein.

Im Bergwerk Asse lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll aus den Jahren 1967 bis 1978. Seit Jahren dringt Salzlauge in das Bergwerk ein. Anfang des Jahres übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz die Verantwortung für das Lager. Wie hoch die Kosten für eine Sanierung des Lagers sind, ist unklar. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel sprach in der vergangenen Woche von bis zu vier Milliarden Euro.

Das Bundesamt für Strahlenschutz war in den vergangenen Wochen in seiner Funktion in die Kritik geraten. Bürgerinitiativen warfen dem neuen Betreiber vor, zu wenig bürgernah und transparent zu agieren. (Auseinandersetzung um Asse - Umwelt und Verbraucher vom 10.7.2009)

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:33 Uhr