EU-Ausbildungsmission in Mali läuft an

Bundeswehr beteiligt sich mit 80 Soldaten

Soldaten der malischen Armee Ausbildungscamp Koulikoro in Mali (picture alliance / dpa / Christoph Sator)
Soldaten der malischen Armee Ausbildungscamp Koulikoro in Mali (picture alliance / dpa / Christoph Sator)

Die größte internationale Ausbildungsmission der EU beginnt: Von heute an schulen 200 Soldaten aus europäischen Staaten die malische Armee. Ziel ist es, die Truppen in die Lage zu versetzen, das Land stabil zu halten und die Islamisten im Norden wirksamer zu bekämpfen.

Ab heute werden 670 malische Soldaten und Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums geschult. Insgesamt sollen bis zum Ende der Mission 3000 malische Soldaten von der Ausbildung profitieren - ein Drittel der 9000 Mann starken malischen Armee. Dabei geht es unter anderem um den Aufbau von Kommandostrukturen, taktische Kriegsführung, Minenräumung, den Schutz der Zivilbevölkerung und internationales Recht.

Die Europäische Union entsendet 550 Soldaten und Mitarbeiter – es ist die größte Trainingsmission, die es bislang unter dem Dach der EU gab. Deutschland beteiligt sich mit 80 Soldaten, darunter 40 Sanitätern.

EU-Botschafter in Mali: "Alles was dort passiert, betrifft uns direkt"

Richard Zink, der Leiter der EU-Delegation in Mali, bezeichnete den Wiederaufbau der malischen Armee im Deutschlandradio Kultur als dringend notwendig. 300.000 Vertriebene aus dem Norden des Landes zeigten, dass die Situation nach wie vor gespannt sei und "in keiner Weise der große Frieden eingekehrt" sei. Europa habe ein großes Interesse an einem stabilen Mali. "Zwischen uns liegt nur Algerien", sagte Zink, "alles was dort passiert, betrifft uns direkt". So sei Mali sowohl was den internationalen Drogenhandel als auch illegale Einwanderer angeht aus europäischer Sicht ein Schlüsselland.

Kontrollposten der französischen Armee vor dem Flughafen von Gao (picture alliance / dpa / Seb Crozier)Kontrollposten der französischen Armee vor dem Flughafen der nordmalischen Stadt Gao (picture alliance / dpa / Seb Crozier)Die französische Intervention in Mali beschrieb Zink als "unglaublich populär, unglaublich willkommen" beim Großteil der malischen Bevölkerung. 4000 französische Soldaten sind derzeit in Mali stationiert. Sie patrouillieren im Norden des Landes an der Seite von malischen Soldaten. Die französische Regierung hat jedoch angekündigt, die Truppen bis zum Jahresende wieder abzuziehen.

"Die EU-Mission ist nur ein Baustein der internationalen Politik", erklärt Korrespondent Christoph Prößl im Deutschlandradio Kultur. Ende Mai findet eine internationale Geberkonferenz zu Mali statt, bei der über das weitere Engagement in dem Land beraten wird. UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon setzt sich schon jetzt für eine internationale Blauhelmtruppe zur Stabilisierung des Landes ein.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:09 Uhr