EU schockiert über israelischen Angriff im Gazastreifen

Zahlreiche Zivilisten unter den Toten

Spuren israelischer Panzer in der palästinensischen Stadt Beit Hanoun im Gazastreifen (AP)
Spuren israelischer Panzer in der palästinensischen Stadt Beit Hanoun im Gazastreifen (AP)

Die EU-Kommission hat sich bestürzt über den jüngsten israelischen Angriff im Gazastreifen gezeigt. Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner sagte in Brüssel, Israel habe das Recht auf Selbstverteidigung, aber nicht um den Preis des Lebens Unschuldiger. Ferrero-Waldner appellierte zugleich an beide Seiten, den Konflikt nicht weiter eskalieren zu lassen.

Bei der Militäraktion in der Nähe von Beit Hanun waren mindestens 18 Palästinenser ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder. Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez ordnete inzwischen an, den Beschuss des Gazastreifens auszusetzen. Außerdem kündigte er eine Untersuchung des Panzerangriffs an. Regierungschef Olmert drückte sein Bedauern über den Tod von Zivilisten aus und bot der Palästinenserführung medizinische Hilfe an.

Unterdessen erklärte die radikale Hamas-Bewegung, die Waffenruhe mit Israel für beendet. Aus Sorge vor palästinensischen Anschlägen gilt in Israel höchste Alarmbereitschaft. Der israelische Verteidigungsminister Perez ordnete die Untersuchung des Angriffs im Gaza-Streifen an.

Erst am Dienstag hatte die israelische Armee ihren größten Einsatz im Gazastreifen seit gut einem Jahr in Beit Hanun beendet. Kurz darauf nahm sie allerdings ihre Vorstöße gegen Palästinenser an mehreren Stellen des Gebietes wieder auf.

Fatah und Hamas fordern Wiederaufnahme der Selbstmordattentate

Angesichts der seit einer Woche anhaltenden schweren Angriffe der israelischen Armee riefen sowohl ein Sprecher der Hamas als auch der gemäßigten Fatah-Bewegung zur Wiederaufnahme von Selbstmordattentaten in Israel auf. Der palästinensische Ministerpräsident Hanija von der Hamas kündigte an, die Gespräche über eine Regierung der nationalen Einheit mit der Fatah von Palästinenserpräsident Abbas würden ausgesetzt.

Die Palästinenserführung forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:19 Uhr