Ex-Präsident Bush gratuliert Obama

Weltweit Erleichterung über den Tod des Terror-Chefs

George W. Bush (AP)
George W. Bush (AP)

In Washington und New York kam es nach der Nachricht vom Tod bin Ladens zu spontanen Freudenkundgebungen. Innenpolitisch dürfte der Fahndungserfolg den amtierenden US-Präsident Barack Obama deutlich stärken.

Ex-Präsident George W. Bush hat Barack Obama nach eigenen Angaben gratuliert. So habe Obama ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass US-Truppen bin Laden getötet hätten, teilte Bush mit. Bush sprach angesichts der Todesnachricht des Terror-Chefs von einem "Sieg für Amerika".

Der alte und neue US-Präsident: George W. Bush, 3.11.2004 (AP)Ex-US-Präsident George W. Bush (AP)Ganz leicht dürfte Bush die Geste nicht gefallen sein. Hatte doch er - der ehemalige US-Präsident - nach dem Anschlag auf das New Yorker World Trade Center am 11. September 2001 unmissverständlich angekündigt, den Drahtzieher des Attentats Osama bin Laden "tot oder lebendig" zu wollen. Doch sein Plan ging nicht auf. Lange lebte der Al-Kaida-Anführer untergetaucht, ein genauer Aufenthaltsort war nicht bekannt.

Nun hat ausgerechnet sein demokratischer Nachfolger, Barack Obama, den Auftrag zu einer erfolgreichen Geheimdienstoperation in Pakistan gegeben, bei der bin Laden ums Leben kam.

In Washington und New York kam es daraufhin zu spontanen Freudenkundgebungen. Innenpolitisch dürfte der Fahndungserfolg den unter heftigem Druck stehenden amtierenden US-Präsident Barack Obama deutlich stärken.

Merkel und Westerwelle gratulieren

Politiker weltweit gratulierten den Amerikanern zu ihrem Fahndungserfolg. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in Berlin, mit der Tötung bin Ladens sei ein entscheidender Schlag gegen den Terror gelungen. Bin Laden sei verantwortlich gewesen für den Tod tausender unschuldiger Menschen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich erleichtert über den Tod des Al-Kaida-Chefs. Damit sei einem der brutalsten Terroristen der Welt das blutige Handwerk gelegt worden, sagte Westerwelle in Berlin.

In einer Erklärung von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu war von einem Erfolg für die Demokratien mit ihren gemeinsamen Werten die Rede. In London, Paris und Rom äußerten sich die Regierungen ebenfalls zufrieden mit dem Ausgang der amerikanischen Kommando-Aktion in Pakistan.

Afghanistans Präsident Hamid Karsai vor seiner Inauguration in Kabul (AP)Afghanistans Präsident Hamid Karsai in Kabul (AP)

Karsai: Schwerer Schlag gegen den Terrorismus

In Afghanistan bezeichnetet Präsident Hamid Karsai den Tod von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden als schweren Schlag gegen den Terrorismus und wies darauf hin, dass der wahre Kampf gegen den Terror außerhalb seines Landes stattfinden müsse. Schon in der Vergangenheit hatte Karsai wiederholt kritisiert, dass internationale Truppen sich so stark auf sein Land konzentrierten und gefordert, dass - im Hinblick auf den internationalen Terrorismus - ein stärkeres Augenmerk auf Pakistan gelegt werden müsse.

Nach Einschätzung des Berliner Politologen Herfried Münkler hat der Tod des Top-Terroristen eher eine symbolische Bedeutung. Wegen des hohen Fahndungsdrucks habe bin Laden für Al-Kaida operativ zuletzt keine entscheidende Rolle mehr spielen können, sagte Münkler im Deutschlandradio Kultur.


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- Neue Sicherheitslage nach Osamas Tod? - Gespräch mit Sicherheitsexperte Rolf Clement - MP3-Audio
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Reaktionen und Hintergründe in unserem Programm:

Maas: Wichtiger psychologischer Erfolg für die USA
Pohly: "Ich glaube, er ist fallen gelassen worden"
Stadler: "Kampf gegen die Hydra" Kaida
Ischinger: "Das ist nicht das Ende des internationalen Terrorismus"
Schulz: Das Terrornetzwerk wird zurückschlagen
Bosbach: "Wer die Opfer sind, spielt dabei kaum eine Rolle"
Münkler: Bin Laden hat für Al-Kaida zuletzt kaum noch eine Rolle gespielt
Schefter: "Irgendwann erfolgt eine Revanche"

2006: US-Präsident Bush droht bin Laden
2004: Bin Laden bekennt sich zu Anschlägen am 11. September
2004: Bush begrüßt Abschlussbericht zum 11. September
2004: Al-Kaida wollte am 11.9. offenbar zehn Ziele angreifen

Kommentar: Eine traumatisierte Gesellschaft atmet auf

Bin Laden ist tot - Tagesthema bei DRadio Wissen

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr