Exiltibeter beraten über neue Strategie

Politische Führung beklagt unerträgliche Lage

Die Flagge der Exiltibeter (dpa / Tobias Kleinschmidt)
Die Flagge der Exiltibeter (dpa / Tobias Kleinschmidt)

Es ist das größte Treffen der Exiltibeter seit dem offiziellen Rückzug des Dalai Lama im vergangenen Jahr. Bis Freitag wollen die mehr als 400 Delegierten im indischen Dharamsala darüber beraten, wie sie sich in Zukunft gegenüber China verhalten wollen.

Die derzeitige Situation in der Himalaya-Region bezeichnete ein Sprecher der Exilregierung als unerträglich: "In Tibet gilt weiterhin ein unerklärtes Kriegsrecht", sagte Penpa Tsering bei der Eröffnung der Versammlung. China verwandle Tibet in ein gigantisches Gefangenenlager.

"Im Jahr 2011, als es eine Welle von Selbstverbrennungen gab, kamen etwa 500 Polizisten ins Kloster, einige in Zivil, andere in Uniform. Sie halten die Mönche und ihre Aktivitäten unter ständiger Beobachtung. Auf dem Gelände überwachen 14 Kameras ständig das Geschehen", sagte der Mönch Kanyag Tsering, der regelmäßig Kontakt zu seinen Glaubensbrüdern in einem Kloster in Tibet hat, im August dem Deutschlandfunk. Er floh vor 13 Jahren nach Indien.

Dalai Lama nimmt nicht teil

In den vergangenen Monaten hatten sich 51 Tibeter aus Protest gegen die Besatzung selbst angezündet. "Die Frage ist, wie wir auf diese tragische Entwicklung reagieren sollen", sagte Regierungssprecher Penpa Tsering. Bei dem Treffen soll es auch um den anstehenden Führungswechsel in Peking und seine Folgen für Tibet gehen. Der Dalai Lama will selbst nicht an der Versammlung teilnehmen, wird aber zum Abschluss am Freitag ein Gebet abhalten.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr