EZB senkt Leitzins auf Rekordtief

Der Rat der Europäischen Zentralbank setzt den Leitzins um 0,25 Prozent herab

Eine Euro-Münze bildet die obere Null eines Prozent-Zeichens (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)
Eine Euro-Münze bildet die obere Null eines Prozent-Zeichens (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Der EZB-Rat senkt den Leitzins erstmals seit Einführung des Euro auf 0,5 Prozent. Damit reagiert die EZB auf die anhaltende Rezession in der Euro-Zone.

Während seiner Sitzung in Bratislava beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzinssatz von 0,7 auf 0,5 Prozent herabzusetzen. Damit sinkt der Leitzins für die 17 Euro-Länder auf ein Rekordtief. Seit Tagen wurde am Finanzmarkt über eine Herabsetzung des maßgeblichen Zinssatz spekuliert. Denn angesichts der sich vertiefenden Rezession und einer Kreditklemme in manchen Staaten der Währungsunion steht die EZB unter Druck.

Experten rechneten bereits damit, dass der EZB-Rat den Leitzinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent senken wird. Denn durch die Absenkung können sich Geschäftsbanken im Euroraum günstiger mit Zentralbankgeld versorgen. Die EZB hofft, dass diese Vergünstigung für die Banken in Form von Krediten an Unternehmen und Verbraucher weitergegeben wird.

Experten sind skeptisch

Die große Mehrheit der Experten rechnet allderdings nicht damit, dass diese Zinssenkung die gewünschte Wirkung entfalten werde. Deutsche Kreditinstitute und Versicherer warnten sogar vor negativen Folgen. Unter anderem die Verbände der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken teilten in einer gemeinsamen Erklärung mit: "Jeder Zinsschritt nach unten lässt die Sparguthaben schmelzen. Dabei müssen die Menschen heute mehr als bisher vorsorgen, um ihren Lebensstandard im Alter zu halten." Auch der Börsenredakteur Klaus-Rainer Jackisch vom Hessischen Rundfunk hält nichts von einer Absenkung. Er spricht von Arroganz und Unsinn.

Wegen der recht niedrigen Teuerung - zuletzt lag die Inflationsrate nur noch bei 1,2 Prozent - hat die EZB freie Hand und könnte ohne Gefahren für die Preisstabilität die Zinsen senken. Die Notenbanker sehen bei einer Inflationsrate von unter zwei Prozent stabile Preise als gegeben an.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr