Facebook verärgert mit "peinlicher" Datenpanne

Millionen Kontaktdaten wurden weitergegeben

Facebook-Logo (picture alliance / dpa Foto: Jens Büttner)
Facebook-Logo (picture alliance / dpa Foto: Jens Büttner)

Durch eine Sicherheitspanne in der Facebook-Datenbank sind private Informationen von rund sechs Millionen Nutzern ungewollt verbreitet worden. Es ist die wohl größte Sicherheitspanne in der Geschichte des Online-Netzwerks.

Mit der bisher größten Datenpanne seiner Geschichte sorgt Facebook im Moment für Aufsehen. Der Konzern teilte mit, dass persönliche Daten von rund sechs Millionen Nutzern zwischenzeitlich für andere zugänglich waren. "Freunde" der Betroffenen konnten zeitweise E-Mail-Adressen und Telefonnummern einsehen, die eigentlich nicht für sie freigegeben waren. Zu "bösartigem Missbrauch" sei es allerdings nicht gekommen, heißt es. Der US-Konzern nannte den Vorfall "ärgerlich und peinlich". Das Problem sei umgehend behoben worden.

Der Fehler geht auf eine Funktion zurück, mit der Facebook seinen Nutzern neue "Freunde" vorschlägt. Das Online-Netzwerk vergleicht dafür die von seinen Nutzern hochgeladenen Adressbücher mit Kontaktdaten von Facebook-Mitgliedern. Dabei seien zum Teil Adressbuch-Daten zusammen mit Profil-Informationen anderer Nutzer gespeichert worden, heißt es bei Facebook. Wenn diese anderen Nutzer sich eine Kopie ihrer Profildaten heruntergeladen hatten, bekamen sie auch die fremden Adressbuch-Daten mit dazu.

Betroffene wurden per E-Mail informiert

Die Download-Funktion wurde deaktiviert, nachdem Facebook einen Hinweis auf den Fehler bekommen hatte. Betroffene seien per E-Mail auf den Fehler hingewiesen worden, teilte der Konzern mit. Zugleich verteidigte sich Facebook gegen den Vorwurf der Nachlässigkeit: Selbst mit einer engagierten Sicherheitsabteilung könne ein Unternehmen technische Pannen nicht hundertprozentig ausschließen.

Facebook hat mit Informationen von über 1,1 Milliarden Mitgliedern gewaltige Datenbestände angesammelt. Seit Jahren gibt es deshalb Sorgen wegen möglicher Datenpannen durch Software-Fehler.


Mehr zum Thema auf dradio.de

Vorzüge und Gefahren des digitalen Zeitalters- Kai-Hinrich Renner und Tim Renner: "Digital ist besser"; Constanze Kurz und Frank Rieger: "Die Datenfresser"
Datenschützer wollen mehr Macht- Landesbeauftragte kritisieren fehlende Sanktionen
Datenschutz-Ohrfeige für die Bundesregierung- Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar legte seinen Tätigkeitsbericht vor

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr