Frankreich erwägt Verbot gentechnisch veränderter Pflanzen

Studie über krankmachenden Genmais sorgt für Aufsehen

Genmanipulierter Mais (AP)
Genmanipulierter Mais (AP)

Sollten sich die jüngsten Erkenntnisse über mögliche Gesundheitsverfahren von Genmais bestätigen, will Frankreich sich für ein Verbot bestimmter gentechnisch veränderter Lebensmittel in der EU einsetzen. Das kündigte Frankreichs Premierminister Jean-Marc Ayrault im französischen Dijon an.

Nach Veröffentlichung der Studie habe man sofort die französischen und die europäischen Behörden für Lebensmittelsicherheit angerufen, so Ayrault. Das Bundeslandwirtschaftsministerium lässt die französische Studie derzeit prüfen. Darin hieß es, dass mit Genmais gefütterte Ratten jünger sterben und deutlich häufiger an Krebs erkranken als Tiere, die herkömmliche Nahrung erhalten. Eine Arbeitsgruppe für gentechnisch veränderte Organismen in Nahrungsmitteln beobachtete 200 Ratten über zwei Jahre.

Ayrault sagte, er habe ein "rasches Verfahren von einigen Wochen verlangt, um die wissenschaftliche Stichhaltigkeit dieser Studie zu überprüfen". Paris und Brüssel hatten nach Veröffentlichung der Studie ihre Gesundheitsbehörden eingeschaltet. In Deutschland prüfen das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Studie, wie eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums sagte. Die Ergebnisse seien abzuwarten. Dann entscheide sich, "ob Maßnahmen erforderlich sind und wenn ja welche".

Genmais zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen

In der Europäischen Union sind der Genmais MON810 des US-Agrarkonzerns Monsanto und die Kartoffel Amflora des deutschen Unternehmens BASF für den Anbau zugelassen. Weitere Genpflanzen sind zwar nicht für den Anbau, aber zur Verwendung in Tierfutter und Lebensmitteln zugelassen. So auch der Monsanto-Mais der Sorte NK603, den die Ratten in der aktuellen Studie gefüttert bekamen.

Der Konzern Monsanto hatte erklärt, es sei noch zu früh für eine seriöse Einschätzung der Studie. Die Wissenschaftler des Unternehmens wollten sie prüfen, sobald sie ihnen vorliege. Mehr als 300 Studien hätten aber bereits gezeigt, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel so sicher seien wie nicht gentechnisch veränderte.

Der baden-württembergische Verbraucherminister und Vorsitzende der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern, Alexander Bonde (Grüne), möchte das Thema auf der Agrarministerkonferenz in der kommenden Woche auf die Tagesordnung setzen. Der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner (Grüne) rief Bundesernährungsministerin Ilse Aigner dazu auf, von der EU-Kommission einen Importstopp für den Genmais NK603 zu verlangen. Falls die EU nicht reagiere, solle Aigner einen nationalen Importstopp umsetzen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr