Friedenspreis für Saul Friedländer

Historiker zitiert aus Briefen seiner getöteten Eltern

Der israelische Historiker und Autor Saul Friedländer hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. (AP)
Der israelische Historiker und Autor Saul Friedländer hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. (AP)

Der israelische Historiker Saul Friedländer hat den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. Der 75-Jährige, der für seine Erforschung des nationalsozialistischen Massenmordes an den Juden ausgezeichnet wurde, nahm den Preis in der Frankfurter Paulskirche entgegen.

Der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, Wolfgang Frühwald, hob in seiner Laudatio hervor, Friedländer habe das seltene Talent, Geschichte nicht nur zu dokumentieren, sondern auch zu erzählen. Friedländer habe mit seinen Büchern über die Vernichtung der Juden ein "Tiefenmodell der Geschichte" geschaffen.

Friedländer verzichtete auf eine Dankesrede. Er las aus den Briefen seiner ermordeten Verwandten vor. Er zitierte die letzten Zeilen, die seine Eltern auf dem Weg ins Konzentrationslager aus dem Zug warfen. Der Vater schrieb an eine Französin, sie möge seinen Sohn retten. Sie solle ihn unter falschem Namen in ein katholisches Internat bringen.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird immer am letzten Tag der Buchmesse verliehen. Friedländer habe in seiner Forschung den zu Asche verbrannten Menschen Klage und Schrei gestattet und Gedächtnis und Namen geschenkt, heißt es in der Begründung der Jury. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:25 Uhr