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Fußballspiel mit politischer Dimension

Türkischer Präsident reist nach Armenien

Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül (AP Archiv)
Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül (AP Archiv)

Als erster Staatschef seines Landes ist der türkische Präsident Abdullah Gül heute nach Armenien gereist. Gül wird ein Fußballspiel der beiden Nationalmannschaften in der Hauptstadt Eriwan besuchen und dort seinen Kollegen Sarkissjan zu politischen Gesprächen treffen. Diplomatische Beziehungen zwischen beiden Ländern gibt es nicht.

Die Türkei wehrt sich gegen den Vorwurf, während des Ersten Weltkriegs einen Genozid an den Armeniern begangen zu haben. Die Grenze zwischen den beiden Ländern ist seit fast 15 Jahren geschlossen - die Türkei demonstriert damit ihren Protest gegen die armenische Besetzung von Nagorny-Karabach und Solidarität Armeniens mit dem turkstämmigen Aserbaidschan.

Für türkische Fußballfans hat Armenien die Visumspflicht anlässlich des Länderspiels zwar aufgehoben, der einzige Reiseweg führt wegen der geschlossenen Grenze jedoch durch das krisengeschüttelte Georgien. Die Teilname des türkischen Staatspräsidenten Gül gilt Optimisten als eine Geste, die einen Neubeginn der schwierigen Beziehungen einleiten könnte, berichtet Susanne Güsten für "Europa heute" im Deutschlandfunk. (Text, MP3-Audio)

Die Anerkennung der Massaker an Armeniern im zweiten Weltkrieg durch die Türkei ist für Armenien zwar weiterhin ein zentrales Anliegen. Doch die Veränderungen der geopolitischen Lage in den vergangenen Monaten - vor allem mit dem Krieg im Nachbarland Georgien - lassen Armenien sowie die Türkei nach Stabilität in den zwischenstaatlichen Beziehungen suchen, so die Einschätzung von Ulrich Ziegler in der "Ortszeit". (MP3-Audio)

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr