Geiselnahme in Algerien beendet

Terroristen und Geiseln getötet

Die Anlage In Amenas liegt im Osten Algeriens, rund 1300 Kilometer südöstlich von Algier. (picture alliance / dpa / Statoil Handout)
Die Anlage In Amenas liegt im Osten Algeriens, rund 1300 Kilometer südöstlich von Algier. (picture alliance / dpa / Statoil Handout)

Der Einsatz gegen die Geiselnehmer in einer algerischen Gasförder-Anlage ist nach Angaben des Innenministeriums in Algier beendet. Nach vorläufigen offiziellen Angaben sind insgesamt 23 Geiseln getötet worden. Auch 32 Entführer seien tot.

Algerische Spezialeinsatzkräfte haben die gekaperte Gasförderanlage In Amenas gestürmt und töteten nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur APS alle elf verbliebenen Entführer. Auch sieben Geiseln kamen um, wobei unklar ist, ob die Extremisten sie schon vor dem Befreiungsversuch ermordeten. Nach Regierungsangaben sind damit 23 Geiseln und 32 Extremisten ums Leben gekommen, allerdings gehen die von verschiedenen Seiten verbreiteten Zahlen weit auseinander. Dutzende ausländische Arbeiter werden außerdem noch vermisst, weshalb die Opferzahl noch steigen könnte.

Gelände vermint

Die Informationslage ist nach wie vor widersprüchlich, für eine Bilanz der Geiselnahme ist es zur Stunde noch zu früh. Rund 650 einheimische und ausländische Geiseln waren nach einem ersten Befreiungsversuch am Donnerstag aus der Hand der Entführer entkommen.

Vor dem Angriff des Militärs konnten die Terroristen das Gelände der Anlage verminen. Der algerische Energiekonzern Sonatrach teilte mit, dass Soldaten derzeit damit beschäftigt sind, die Minen zu entschärfen.

Zwei Deutsche ausgeflogen

Zwei deutsche Firmenmitarbeiter, die sich in der Nähe der besetzten Gasförderanlage befunden hatten, sollen in Kürze ausgeflogen werden. Die beiden Beschäftigten einer Bohrfirma hätten sich nicht unter den Geiseln befunden, teilte das Auswärtige Amt mit. «Sie waren während der Geiselnahme mehrere Kilometer entfernt an ihrem Einsatzort und haben die letzten Tage an einem sicheren Ort in der Obhut algerischer Sicherheitskräfte verbracht.» Es gehe den Deutschen den Umständen entsprechend gut.

Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Geiselnahme in Algerien. Täter, Hintermänner und Geldgeber dieses Terrorakts müssten vor Gericht gebracht werden, heißt es in einer Erklärung des Gremiums in New York.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr