Gesundheitsexperten beraten über Organspende

Vergabesystem soll transparenter werden

Welche Folgen hat der Organspendeskandal? (picture alliance / dpa / Carsten Rehder)
Welche Folgen hat der Organspendeskandal? (picture alliance / dpa / Carsten Rehder)

Unter wachsendem Reformdruck beraten Vertreter von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen heute über Konsequenzen aus dem Organspende-Skandal. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) fordert die Bestrafung krimineller Machenschaften.

Bei der Bundesärztekammer kommen am Vormittag die Prüf- und Überwachungskommissionen von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen mit weiteren Experten zusammen. Ziel sei es, die Transparenz bei der Verteilung von Organspenden zu vergrößern, sagte Ärztekammer-Präsident Frank-Ulrich Montgomery im Deutschlandfunk. Dies sei nötig, um das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.

Vier-Augen-Prinzip findet Befürworter

Montgomery sprach sich für unangemeldete Kontrollbesuche in den Krankenhäusern und ein Vier-Augen-Prinzip aus. Dafür plädierte auch der Chef der Krankenkasse KKH-Allianz, Ingo Kailuweit. Die bisherige Kontrolle habe nicht funktioniert, sagte er im Deutschlandradio Kultur.

Bei Einführung eines Vier-Augen-Prinzips würde ein zweiter Arzt die Angaben des behandelnden Mediziners zum Gesundheitszustand des Spendeorgan-Empfängers überprüfen. Von diesen Daten hängt der Platz auf der offiziellen Warteliste ab.

Das derzeit geltende Organspendeverfahren ist nach den Skandalen von Regensburg und Göttingen und dem Bekanntwerden neuer Zahlen aus dem Bundesgesundheitsministerium stark in öffentliche Kritik geraten.

"Kritische Ärzte nicht eingeladen"

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) beantwortet vor der Bundespressekonferenz in Berlin Fragen von Journalisten. (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) (picture alliance / dpa / Wolfgang Kumm)Die Deutsche Hospiz Stiftung kritisiert das heutige Spitzengespräch von Ärzten und Experten zu möglichen Manipulationen beim Organspendeverfahren. Kritische Ärzte und Juristen blieben außen vor, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Bahr sprach sich in der "Bild"-Zeitung gegen eine staatliche Vergabe der Spenderorgane aus. Die Gesetze in Deutschland seien klar formuliert.
"Versuche, sie zu umgehen, müssen mit aller Härte bestraft werden". Bahr kündigte an, nach der Sommerpause alle Parteien zu einem Runden Tisch einzuladen.

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr