Golfstaaten protestieren gegen Gewalt in Syrien

Länder des Golf-Kooperationsrates schließen Botschaften in Damaskus

Gewalt und Zerstörung in Syrien dauern an (picture alliance / dpa / Local Coordination Comitees LCC)
Gewalt und Zerstörung in Syrien dauern an (picture alliance / dpa / Local Coordination Comitees LCC)

Syriens internationale Isolation wächst: Sechs Golfstaaten schließen nun ihre Botschaften in dem Land. Auch die EU erwägt offenbar eine solche Maßnahme.

In einer in Riad verbreiteten Erklärung begründete der Generalsekretär der Organisation, Al Sajani, die Maßnahme mit dem brutalen Vorgehen der syrischen Staatsführung gegen die Bevölkerung. Das Regime massakriere seine Bürger, wähle die militärische Option und weise alle auf eine Lösung der Krise gerichteten Initiativen zurück. Sajani forderte die internationale Gemeinschaft auf, unverzüglich und entschlossen zu handeln, um dem gewaltsamen Geschehen in Syrien ein Ende zu bereiten. Bereits vor der Entscheidung des Kooperationsrates hatten zwei Mitglieder, Saudi-Arabien und Bahrain, die Schließung ihrer Botschaften in Syrien angekündigt. Weitere Mitgliedsstaaten der Organisation sind Oman, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die EU-Außenminister erwägen eine ähnliche Maßnahme, wie aus EU-Kreisen in Brüssel verlautete. Beim Treffen der Außenminister kommende Woche werde es um eine "mögliche Schließung" der 27 Botschaften der EU-Länder in Damaskus gehen.

Jahrestag der Gewalt

Der Sondergesandte von Vereinten Nationen und Arabischer Liga für Syrien, Kofi Annan, unterrichtet heute den UN-Sicherheitsrat in New York über seine Bemühungen um eine Beilegung des gewaltsamen Konflikts. Annan hatte dem syrischen Präsidenten Assad mehrere Vorschläge für ein rasches Ende des Blutvergießens unterbreitet, machte bislang aber keine Angaben zu dessen Reaktionen darauf. Ein Jahr nach Beginn der Proteste in dem Land sind laut Schätzungen der Vereinten Nationen bislang 8.000 Menschen getötet worden.

Links auf dradio.de:

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:49 Uhr