Griechenland steckt im Reformstau

Internationale Geldgeber stellen Bedingungen für nächste Kredittranche

Griechenland hofft auf weitere Unterstützung (picture alliance / dpa /  Christian Hager)
Griechenland hofft auf weitere Unterstützung (picture alliance / dpa / Christian Hager)

Die Troika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) hat ihre Verhandlungen mit der griechischen Regierung über notwendige Reformen abgeschlossen. Die Entscheidung über die Auszahlung der nächsten Kredittranche liegt jetzt bei den EU-Finanzministern.

Es geht maximal um 8,1 Milliarden Euro, mindestens jedoch um 4,8 Milliarden Euro. Bezüglich der Höhe der nächsten Kredittranche an Griechenland unterscheiden sich die Medienberichte. Am Montagnachmittag sind in Brüssel die Finanzminister der Euro-Staaten zusammengekommen, um über die Auszahlung der Milliardenhilfe an Griechenland zu beraten. Grundlage der Entscheidung wird für die Minister der Prüfungsbericht des Kontrollgremiums bestehend aus Vertretern der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) sein.

Vorläufige Einigung erzielt

Die Troika hat in den vergangenen Tagen mit der griechischen Regierung verhandelt und eine vorläufige Einigung über weitere notwendige wirtschaftliche und politische Reformen erzielt. "Wir haben bedeutende Fortschritte gemacht", erklärte Poul Thomson, der Chef der Griechenland-Mission beim IWF, nach einem Treffen mit Finanzminister Ioannis Stournaras. Ihm zufolge hinkt Griechenland aber bei der Umsetzung der einst vereinbarten Reformen und Sparanstrengungen hinterher. Dies betreffe vor allem den umfassenden Umbau der griechischen Verwaltung: Rund 4000 Stellen im öffentlichen Dienst sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP noch bis zum Jahresende gestrichen werden.

Entscheidung über Auszahlung womöglich später

Da der Troika-Bericht erst in letzter Minute vor dem Finanzminister-Treffen vorliegen wird, rechnen Beobachter laut AFP nicht mit einer schnellen Entscheidung über die Auszahlung. Möglich ist auch, dass die Tranche nicht wie ursprünglich geplant Ende Juli komplett ausgezahlt wird, sondern eher in mehreren Teilbeträgen zu verschiedenen Zeitpunkten, berichtet Jörg Münchenberg aus Brüssel.

Die Ankündigung des weiteren massiven Stellenabbaus in der griechischen Verwaltung hat in Athen am Montagmorgen Tausende Bedienstete auf die Straßen getrieben. Sie legten ihre Arbeit nieder. Alle Kommunalbehörden blieben geschlossen.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:14 Uhr