Griechenlands großer Schuldenrückkauf

Bedingung für weitere internationale Finanzhilfen

Euro-Scheine auf Griechenland-Flagge (dpa / picture alliance / Oliver Berg)
Euro-Scheine auf Griechenland-Flagge (dpa / picture alliance / Oliver Berg)

Für 15 Milliarden Euro sollte Griechenland Staatsanleihen von privaten Investoren zurückkaufen, um weitere Hilfen zu bekommen. Stichtag war gestern. Ob der Deal gelungen ist, wird heute bekannt gegeben.

Vom erfolgreichen Abschluss des Schuldenrückkaufs hängen weitere Hilfen für Griechenland ab: Nur wenn er gelingt, kann Griechenland am kommenden Donnerstag 34 Milliarden Euro an neuen Hilfszahlungen durch die internationalen Geldgeber erhalten, um die Pleite abzuwenden.

Das Angebot der Regierung, für rund 15 Milliarden Euro Staatsanleihen zurückzukaufen, richtete sich an private Investoren. Athen hat je nach Laufzeit der Papiere 30,2 bis 40,1 Prozent des ursprünglichen Nennwerts geboten. Dafür sind die Gläubiger die Papiere los. Die Staatsanleihen waren wegen der dramatischen Schuldenkrise Griechenlands rasant im Wert gefallen.

Dem Vernehmen nach sollen sich alle einheimischen Banken an dem Rückkaufprogramm beteiligt haben. Kurz vor Ablauf der Frist für den Schuldenrückkauf gaben drei der größten Banken des Landes ihre Beteiligung bekannt: die halbstaatliche Nationalbank, die Eurobank und die Alphabank. Auch kleinere Institute wie die Postbank und die Attica Bank schlossen sich an. Über die Höhe des Betrags wurden keine Angaben gemacht. Offenbar haben auch mehrere internationale Hedgefonds Interesse signalisiert, griechische Staatsanleihen im Wert von rund 15 Milliarden Euro zurück zu verkaufen.

30 Milliarden sind das Ziel

Insgesamt will Athen mit zehn Milliarden Euro aus dem europäischen Rettungsfonds EFSF etwa 30 Milliarden Euro an alten Schulden Griechenlands vom Markt nehmen. Das würde den Schuldenberg Athens deutlich verkleinern. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen im Volumen von etwa 62 Milliarden Euro. Etwas mehr als die Hälfte davon befindet sich in den Händen von Banken und Anlegern im Ausland.

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr